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OBM: Denkt ihr, ihr habt alle Ziele erreicht, die ihr euch vor den Aufnahmen für eurer neues Album gesteckt habt?

Ja haben wir, oder nein doch nicht? Also rückblickend kann ich sagen das wir mit dem Ergebnis von "New Bruises" mehr als zufrieden sind! Das Ganze war ein großes Experiment, in dem wir vieles anders und noch viel mehr selbst gemacht haben. Dabei wurden natürlich Erwartungen, Zeitpläne und Einschätzungen umgeworfen und verfehlt, aber im Endeffekt haben wir ein super Ergebnis erhalten. Wir haben diesmal alles in Eigenregie im Proberaum aufgenommen und auch sonst versucht uns soweit es geht an alles selber ran zu trauen. Mix, Mastering und Artwork haben wir dann allerdings doch lieber in profesionelle Hände gelegt.

OBM: Euer Debüt "Serving Sorrow" hat durchweg gute Kritiken einfahren können, wie sieht es den bis jetzt mit "New Bruises" aus?

Bis jetzt sieht es so aus als ob die neue EP guten Anklang findet. Die Reviews zeigen eine positive Bilanz und auch live werden die neuen Songs gut angenommen. Wir haben mit den neuen Songs eine komplexere Struktur erreicht und auch sonst ist alles etwas vertrackter. Das findet bei vielen, die schon "Serving Sorrow" gut fanden, Zuspruch und wird als Weiterentwicklung gewertet. Ebenso bringt uns das aber auch in neue Gefilde und damit natürlich auch zu einer neuen Hörerschaft, die wir mit "Serving Sorrow" nicht erreichen konnten.

OBM: Was ist das Konzept hinter Artwork und Titel eures neuen Albums?

Nach dem wir bei "Serving Sorrow" auf ein Artwork von Ryan Eyestone gesetzt hatten und diesem auch ziemlich klare Vorstellungen gegeben hatten (welche passend zum Content waren), haben wir diesmal unseren guten Freund Schommer von AYS übereden können, etwas seiner wenigen Freizeit für uns zu opfern. Wir kennen uns schon ein paar Jahre und genauso lang bewundere ich schon seine genialen Artworks und Zeichnungen. Schommer hat in allem was er macht einen eigenen Style und daher haben wir ihm total freie Hand gelassen. Das Ergebnis war dann eine Überaschung auf allen eben, da es A) nicht ein typisches Schommer Artwork ist und b) uns alle vollkommen überzeugt hat.

Was den Titel angeht: er bezieht sich zum einen auf den Song "New Bruises", welcher kurz gesagt davon handelt das dass Leben eine nicht endende Anreihung von Entäuschungen und Rückschlägen ist, mit denen wir irgendwie unseren Frieden schließen müssen, wenn wir nicht dem Wahnsinn verfallen wollen. Ein Laufen gegen Windmühlen, bis du eines Tages nicht mehr kannst. Auf der anderen Seite kann sich jeder andere Song auf der Platte auf die ein oder andere Art mit dem Titel identifizieren. Für mich ist unsere Musik ein Weg meinen Schmerz, meine Wut und meinen Frust zu lösen und zu kanalisieren und somit steht jeder Song auch für die ein oder ander Schramme, die das Leben an mir hinterlassen hat.

OBM: Worum geht es speziell in euren Texten? Gibt es ein Thema, dass sich durch alle Texte zieht?

Wir hatten schon ein Album mit straighten Leitfaden und daher war für uns klar das wir etwas anders machen wollen aber die Themen in unseren Songs haben immer einen sehr persönlichen Bezug und somit auch eine gewisse Art Analogie und Struktur die sich in jedem Song finden läßt.

OBM: Eure Musik ist schwer in eine Schublade zu stopfen. Wo seht ihr eure musikalischen Wurzeln und welche Künstler inspirieren euch bei eurem musikalischem Schaffen?

Seit wir angefangen haben gemeinsam Musik zu machen haben sich unsere Geschmäcker und Einflüße (nicht nur einmal) geändert. Inzwischen ist es so, dass wir nicht wirklich ein klares Bild von dem haben was wir gerne machen wollen, sondern eher unsere neuen Ideen und Einflüsse einfließen lassen um so etwas Eigenes zu schaffen. Ich persönlich höre gerne Postrock, Screamo und Post-HC Bands wie Russian Cirlces, At The Drive In, Envy, neue Bands wie Pianos Become The Teeth, aber auch düsteren & dreckigen Hardcore ála Lewd Acts oder Trash Talk und Gallows. So hat jeder von uns seine eigene Vorlieben und es würde einfach zu lange dauern sie alle zu erörtern.

OBM: Eurer Facebook Seite habe ich entnommen, dass ihr für 2011 eine Russland Tour mit dem Transsibirien Express und eine Komplette Süd Asien Tour plant! Haben diese Pläne schon Gestalt angenommen und wie kommt man auf die Idee durch Russland mit dem Transsibirien Express reisen zu wollen?

Die Russland Tour haben wir im Frühjahr erfolgreich abgeschlossen und sie war mit Verlaub eine der besten Erfahrungen die wir bis dato gemacht haben. 3,5 Wochen in einem fremden Land, zum Teil Shows in Städten, in denen die Punk Szene erst 2 jahre alt ist und wir als erste Band von außerhalb performt haben. Dazu natürlich eine unmenge an krassen und schönen Eindrücken auf den Shows aber auch im Zug von Stadt zu Stadt.

Die Idee dazu kam auf unserer ersten kurzen Osteuropa-/Russland-Tour, wo wir nur drei Tage in Russland unterwegs waren. Unser Freund Dima, der letztendlich für beide Touren verantwortlich war, hatte uns gefragt ob wir nicht wieder eine Tour machen wollten, allerdings in größerem Umfang und auf dem "normalen" Wege in Russland unterwegs zu sein, was nunmal der Zug ist. Blauäugig, wie wir nunmal so sind, haben wir "ja" gesagt und hatten eine unvergessliche Zeit, die keiner missen möchte.

OBM: Wie lief eure US-Tour mit "Choke Up" und was könnt ihr uns über eure Eindrücke von dort berichten?

Fragst du eine Euro Band wie es ist in den Staaten zu Touren wird die Antwort sehr warscheinlich "irgendwie anders, härter" heißen. So zumindest haben sich die Meisten derer geäußert, die ich im Vorfeld unserer Tour gefragt hatte. Die Szene in den Staaten ist groß und hat vor allem eine riesige eigene Szene. Bands von außerhalb werden nur als Randnotiz wahrgenommen. Das macht es auf der einen Seite schwer dort zu touren, auf der anderen Seite finde ich es gut und fair, wenn man sich als Band erst mal einen Ruf erarbeiten muss. Mit Choke Up hatten wir super Band- und großartige Tour-Gefährten gefunden. Die Shows hatten alle das richtige Ambiente (vorrangig Basement Shows) und wir konnten uns vor den gekommenen Leuten erfolgreich unter Beweis stellen. Das Resultat der Tour war: man ist spontaner geworden und dankbarer für jede Art von Unterstützung (wir hatten immer Glück was Schlafplätze usw... angeht und unsere Freunde in The Effort haben uns in viel unterstüzt).

OBM: Ihr habt bereits mit The Effort eine Europa und eine Russland Tour gespielt! Wie kam es dazu und was für Erfahrungen konntet ihr dadurch gewinnen?

Außer das The Effort die erste SXE Band war mit der wir auf Tour waren gab es kaum signifikante unterschiede. Wir haben uns super verstanden und hatten eine großartige Zeit. Die meisten von uns und The Effort kannten sich schon vor der Tour und daher hatten wir von Anfang an eine lockere und spaßige Atmosphäre im Van. Die Band hat uns über Jahre begleitet und The Effort stehen für mich immer noch an Platz Eins was eine symphatische Band mit guten Texten und vor allem guter Message angeht. Übrigens haben wir nur die Europa Tour mit ihnen gespielt, zu der Russland Tour kam es leider nie.

OBM: Wie sehr hat sich die Russische Szene von der deutschen unterschieden und wie wurdet ihr vom Publikum aufgenommen?

Die Unterschiede sind schon ziemlich groß, es gibt nicht so viele Konzerte wie hier und folglich sind die Leute nicht so übersättigt und lassen sich noch mehr auf Bands ein. Es wird getanzt und Spaß gehabt und man spürt eine viel stärkere positive Atmosphäre. Die Leute dort haben wirklich ganz andere und viel größere Probleme in ihrem Alltag zu bewältigen und so heisst mancherorts Punk zu sein auch mit der Gefahr zu leben von Nazis mit Messern und Pistolen attackiert zu werden. Das zeichnet die Szene dort sehr, es gibt großen Zusammenhalt und sie sind nicht zimperlich wen es darum geht ihre Ideale zu Verteidigen.

OBM: Was war das Beste beziehungsweise schlechteste, das ihr jemals vor einem Auftritt gegessen habt?

Das beste Band Catering haben wir meiner Meinung nach bis jetzt in Trier (mit Tackleberry) und in Leipzig (Conne Island rules!) bekommen. Aber im großen ganzen sind wir einfach nur dankbar wenn wir etwas warmes und vielleicht auch noch gesundes zu Essen bekommen. Ich bin gelernter Koch und weiß frisches Essen und einen guten Salat  sehr zu schätzen aber spätestens nach drei Tagen Nudeln mit Ketchup ist man für alles dankbar.

Das Schlechteste Essen habe ich bis jetzt in Birmingham (12 leute / vegan/vegetarisch = eine packung Cracker und Schinken) und in Russland (Matschige Nudeln mit Mayonaise) bekommen.

OBM: In Norwegen kann man staatliche Hilfe für alles Mögliche beantragen, sogar für Equipment, Studioaufenthalte usw.! Würdet ihr euch so was auch für Deutschland wünschen?

Du wirst überrascht sein: So was gibt es hier auch und wir haben darüber auch schon nachgedacht (schließlich ist das Geld immer knapp). Als dann allerdings klar wurde das der Support damit zusammen hängt, den Bundesadler auf unserer Platte zu haben hatte sich die Sache gegessen. Mein Bruder spielt in einer Jazz Band und hat durch dieses Program (ich weiß leider nicht mehr wie es heißt) wirklich massive finanzielle Unterstüzung bekommen. Für uns kommt das aber nicht in Frage.

OBM: Was begeistert euch an Berlin? Und was ist der mit Abstand schönste Ort in der Hauptstadt Deutschlands?

An Berlin begeistert ein spätestens nach ein paar Jahren garnichts mehr. Ich bin vor vier Jahren hier hin gezogen und Adam vor einen Jahr, während unser Drummer, Bassist und Gitarrist aus Berlin (und dem Umland) stammen. Am Anfang war noch alles neu und glänzend aber nach einiger Zeit herrscht auch hier Routine. Trotzdem mögen wir die Stadt und die vielen Möglichkeiten die sie bietet und es gibt zumindest in Deutschland keinen besseren Ort zum Wohnen für uns. Unser lieblings Ort ganz klar: In Berlin haben einige Supermärkte jetzt auch 24/7 geöffnet. Ein Luxus den ich nicht mehr Missen will. Der Party-Kiez ist um die Ecke und man kann sich zwischendurch immer wieder mit günstigen Getränken eindecken. Außerdem erledigt man auch auf dem Weg nach Hause noch gleich den Wochen-Einkauf und muss am nächsten Morgen mit dickem Schädel nicht mehr aus dem Bett. Aber bald öffnet vor unserer Haustür der "93 Köstlich Imbiss", das könnte alles ändern.

OBM: Welche Macht und Funktion hat Musik?

Das ist ein Riesenfeld und man könnte darüber Bücher schreiben. Für uns spielt Musik eine sehr große Rolle im Leben und ohne sie würde ich nicht Wissen was ich mit mir anfangen soll. Es gäbe viele Orte und Sachen die ich nie erlebt hätte und auch sonst wäre unser Leben ganz schön grau ohne sie.

OBM: Was war bis jetzt die schlechteste Entscheidung, die ihr bis jetzt als Band getroffen habt?

Unser Band Name. Es gibt da häufiger verwechslungen mit einer Metal-Band aus Koblenz und das ist auf dauer echt Anstrengend. Außerdem muss man immer buchstabieren, erklären und weiß ich nicht was. Echt furchtbar!

OBM: Ein Zitat von Mark Twain lautet: „Eine schlechte Angewohnheit kann man nicht aus dem Fenster werfen. Man muss sie die Treppe runterboxen, Stufe für Stufe.“ Was für schlechte Angewohnheiten habt ihr?

George : Also ich Rauche eindeutig viel zu viele Zigaretten.

Wolli : Geht immer vor der coolen Party ins Bett.

Andi: Ist manchmal sehr vergesslich.

Basti : Kann manchmal ganz schön rumjammern und hat schweiß Füße.

Adam:  ist Australier daher gibt es nur Sonnenseiten!

OBM: Das Schlusswort gehört euch!

Vielen dank für das Interesse und den Support den wir bis jetzt erfahren haben und wir freuen uns schon auf den Winter, viele neue Shows, Songs und eine gute Zeit!

At Daggers Drawn

Latest tracks by At Daggers Drawn

Discography

At Daggers Drawn - New Bruises

(2011 )
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At Daggers Drawn - Serving Sorrow

(2010)

At Daggers Drawn - Split w/ Daggers

(2010)

Line Up:

Basti

Wolli

George

Andi

Adam

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Links

"Seit wir angefangen haben gemeinsam Musik zu machen haben sich unsere Geschmäcker und Einflüße (nicht nur einmal) geändert. Inzwischen ist es so, dass wir nicht wirklich ein klares Bild von dem haben was wir gerne machen wollen, sondern eher unsere neuen Ideen und Einflüsse einfließen lassen um so etwas Eigenes zu schaffen."

Review zu At Daggers Drawn - New Bruises

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