Eskimo Callboy | Own Blood Magazine

OBM: Hi Jungs! Was geht zurzeit bei Eskimo Callboy ab?
Derzeit haben wir erstaunlicherweise das erste mal ein wenig Zeit, nach einer ausgedehnten Album Schreib- und anschließenden Tourphase Mal durchzuatmen. Wir kümmern uns derzeit viel um privaten Kram und sammeln Energie, da wir sehr bald schon an neuen Songs arbeiten wollen.


OBM: Ein Jahr ist seit eurer letzten Veröffentlichung "We Are the Mess" erst vergangen! Wie kommt es, dass ihr so schnell ein neues Album veröffentlicht und was können eure Fans von eurem neuen Material erwarten?
Naja meistens schreiben wir immer mehr Songs als letzten Endes wirklich auf der Platte landen. Bei We Are The Mess ist einfach eine ganze Menge cooler Ideen übergeblieben und deshalb haben wir uns relativ zügig an neues Material gesetzt. Wir wollten aber auch in Verbindung mit unserem neuen Label einen optimalen Release hinlegen und alles bis ins kleinste Detail planen.

OBM: Hatte ihr irgendein spezielles Ziel, was ihr an "Crystals" anders machen wolltet als auf "We Are the Mess"?
Also im Prinzip ist das Ziel bei jedem neuen Album immer dasselbe. Man versucht natürlich das, was man vorgelegt hat, irgendwie zu toppen bzw. die darauf folgende Platte einfach ein Stück weit Facettenreicher und interessanter zu gestalten als den Vorgänger. Wir haben dementsprechend wieder viel mit den unterschiedlichsten Schnapssorten und Musikrichtungen experimentiert und rausgekommen ist das, was man auf der Crystal hört. Ein wirkliches Ziel hatten wir also in dem Sinne nicht…alles kommt, wie es kommt :)!

OBM: Was hat es mit dem Titel "Crystals" auf sich, was steckt dahinter und wie seit ihr auf dieses abgedrehte Artwork gekommen?

Wir wollten einen kurzen einprägsamen Albumtitel haben, der genau das beschreibt, was man auf der Platte hört. Wir haben uns nach sehr langen Diskussionen und sogar fertigen CD-Artworks dann aber einfach letzten Endes für Crystals entschieden, weil der Name einfach unglaublich viel Interpretationsraum bietet. Die Platte klingt etwas transparenter und „glatter“ als die „We Are The Mess“ beinhaltet aber trotzdem viele verschiedene Stilrichtungen. Im Prinzip bezieht sich Crystals darauf, dass ein Kristall viele verschiedene Flächen hat, die je nach Lichteinfall in unterschiedlichen Farben erstrahlen, was man metaphorisch gesehen auf die Songs beziehen könnte. Aber eigentlich klingt der Name scheisse cool und hat deshalb das Rennen gemacht!

OBM: Wie kann man sich die Arbeit im Studio von euch vorstellen, schließt ihr euch über Tage dort ein und nehmt auf oder geht ihr da Stück für Stück vor?
Um ehrlich zu sein, haben wir eigentlich keine feste Arbeitsweise. Wir schließen uns meistens für ungefähr 2-3 Wochen fernab von Castrop Rauxel in einem Ferienhaus ein und konzentrieren uns dort ausschließlich auf die Vorproduktion. Die besten Ideen arbeiten wir dann punktuell zu Hause aus, wo wir dann merken, welche Songs die sind, die schlussendlich auf dem Album landen. Wir haben aber auch schon komplett fertige Alben verworfen und noch mal von vorne angefangen ;) Es braucht eben manchmal etwas, bis man sich als Band wieder eingroovt.

OBM: Charakteristisch für eure Entwicklung seit "Bury Me in Vegas" ist der ständige Wechsel zwischen Hardcore, Pop und Metal innerhalb eines Songs. Wie setzt ihr die Stücke zusammen, was bestimmt die Gewichtung dieser Elemente?
Naja wie schon gesagt wir experimentieren ziemlich viel und da jeder von uns privat andere Musik hört treffen hier verschieden Geschmäcker zusammen die letzten Endes den eigentlichen Sound komplettieren. Hauptsache et hat ordentlich BUMMMMS !!!

OBM: Wie seid ihr auf die Idee gekommen mit Sido einen Song aufzunehmen und wie ist der Kontakt zustande gekommen?
Wir wollten auf der neuen Platte unbedingt ein deutsches Rap Feature haben und haben uns gefragt wer dafür überhaupt in Frage kommt. Durch den Wechsel zu unserem neuen Label haben wir gerade das betrifft natürlich auch viel mehr Möglichkeiten und irgendwann wurde uns Sido als mögliche Option unterbreitet. Wir waren natürlich total aus dem Häuschen und haben flott ein Instrumental gebastelt, was ihm Gott sei Dank auch gefallen hat.

OBM: Mit euren Outfits, Texten usw. provoziert ihr in gewisserweise schon und polarisiert in der Szene, das ruft natürlich die Neider und Kritiker auf den Plan! Wie geht ihr generell mit Kritik um und wo fängt bei euch konstruktive Kritik an und wo hört sie auf?

Wir lieben echte Gespräche… leider kommen gerade diese sehr selten zustande, weil sich die meisten Leute nur in der Anonymität des Internets stark fühlen. Natürlich nehmen wir uns vernünftig und vor allem respektvoll geübte Kritik zu herzen, aber die gehört leider zur absoluten Ausnahme. Trotzdem lesen wir unheimlich gerne böse formulierte Hassnachrichten und Kommentare! Ich meine würden uns alle lieben, wäre es ja auch irgendwie langweilig…unser Ziel ist es so unbeliebt zu werden wie Justin Bieber. Der bekommt zumindest Sportschuhe umsonst ;)

OBM: Denkt ihr, dass sich die Hardcore/Metal-Szene selbst zu ernst nimmt?
Das nicht unbedingt. Gerade in der Metalszene haben wir die Erfahrung gemacht, dass sich die Leute teilweise viel unvoreingenommener und neugieriger mit neuen, oder für den alt eingesessen Metal eher untypischen Bands auseinandersetzen. Um mal ehrlich zu sein, hatten wir vor jeder „großen“ Metalshow wie z.B. Wacken oder dem Summerbreeze ziemlich die Hosen voll, welche im Nachhinein aber zu den emotionalsten und Partylastigsten Shows gezählt haben. Die Hardcore Szene ist immer noch auf ihre eigentlichen Werte fokussiert was wohl auch mit ein Grund ist, warum wir es dort teilweise etwas schwieriger haben. Das ist natürlich nicht unbedingt verkehrt, aber für uns zählt eher die Leistung und Aussage des Künstlers selbst, welche bei uns sehr oft missverstanden wird. Aber solange in der Disse weiterhin Blow My Whistle läuft…

OBM: Welcher Szene fühlt ihr euch zugehörig? Ihr vereint soviele Einflüsse in eurem Sound, da fällt es Schubladen denkenden Menschen schwer euch einzuordnen, wo seht ihr euch?
Ich glaube die Frage solltet ihr uns beantworten ;) Wir haben nämlich keine Ahnung!

OBM: Was hat sich mit dem wachsenden Erfolg in den letzten Jahren für euch geändert?
Wir trinken mehr und müssen Steuererklärungen machen… voll komisch.

OBM: Im März/April habt ihr eure Release-Tour absolviert. Bereitet ihr euch auf solche Shows besonders vor?
Abgesehen vom normalen Probenphasen und stundenlangem referieren über Outfits und Bühnenbild, rennt tatsächlich ein Großteil von uns ins Fitnessstudio und ist auf strenger Diät, um sich dann den hart abtrainierten Speck 2 Wochen vor Tourbeginn wieder anzufressen. Wir sind also eine sehr fokussierte und disziplinierte Band ;)
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OBM: Wer ist die interessanteste Person, die ihr jemals auf Tour bis jetzt getroffen habt?
Das ist schwer zu sagen da wir schon eine ganze Menge interessanter Leute getroffen haben. Wir können definitiv sagen, das Sandra Nasic immer noch weiß wie man Party macht und Backstage Räume verwüstet :D

OBM: Wie vertreibt ihr euch die vielen Stunden des Wartens während einer Tour?

Wenn wir nicht gerade schlafen oder feiern, spielen wir Fifa!

OBM: Sind eure Partys härter als eure Musik?

Sie sind auf jeden Fall noch geschmackloser und Freizügiger. Aber eigentlich sind wir ganz lieb und gehen um 8 ins Bett, was wir hier natürlich nie zugeben würden.

OBM: Was ist das Verrückteste, das euch während einer Show oder auf Tour passiert ist?
Das verrückteste Ereignis liegt tatsächlich schon ein paar Jährchen zurück, ist aber für mich bisher ungeschlagen. Wir haben irgendwann mal auf dem „Traffic Jam?“ gespielt und sind während unseres Sets auf ein Brautpärchen aufmerksam geworden, was sich wohl damals auf dem Festival kennengelernt hat und sich auch genau dort noch mal das „Ja“ Wort gegeben haben. Wir haben die beiden dann irgendwann auf die Bühne geholt und das ganze monumental mit einer Wall of Love und dem ganzen Publikum zelebriert. Das auf jeden Fall sehr skurril.
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OBM: Wo wollt ihr in ein paar Jahren sein?
Wir leben unseren Traum und ich denke wir sind glücklich, wenn wir noch einige Zeit auf die Kacke hauen dürfen. Gerade in der Musiklandschaft weißt du ja nie so wirklich ob Leute mit deiner Musik morgen, noch was anfangen können und gerade deshalb sind für jedes weitere Jahr und jeden Einzelnen, da draußen der Eskimo Callboy zu dem macht, was es ist unglaublich dankbar.

OBM: Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit für unser Interview genommen habt! An dieser Stelle könnt ihr noch alles loswerden, was ihr gerne möchtet!
Vielen Dank an alle da draußen die uns auf unserem Weg begleitet haben und uns die geilste Zeit unseres Lebens ermöglichen. Glaubt nicht den Scheiß den andere erzählen! Eskimo Callboy liebt euch <3

Beantwortet von Sushi

 

ESKIMO CALLBOY | Crystals

DISKOGRAFIE

Eskimo Callboy | Crystals
Erscheinungsdatum: 20.März 2015
Spielzeit: 39:35
Label: Universal Music Group

Eskimo Callboy | We Are The Mess
Erscheinungsdatum: 10.Januar 2014
Spielzeit: 38:20
Label: Redfield Records

Eskimo Callboy | Bury me in Vegas
Erscheinungsdatum: 23.Märr 2013
Spielzeit: 34:31
Label: Redfield Records

EskimoCallboy | Eskimo Callboy EP
Erscheinungsdatum: 01.Oktober 2010
Spielzeit: 15:38
Label: Self-Released

LINE UP

Sushi - Gesang

Kevin - Gesang

Daniel - Gitarre

Pascal - Gitarre

Daniel - Bass

David - Schlagzeug

BAND WEBSITES

 

"Wir lieben echte Gespräche… leider kommen gerade diese sehr selten zustande, weil sich die meisten Leute nur in der Anonymität des Internets stark fühlen. Natürlich nehmen wir uns vernünftig und vor allem respektvoll geübte Kritik zu herzen, aber die gehört leider zur absoluten Ausnahme. Trotzdem lesen wir unheimlich gerne böse formulierte Hassnachrichten und Kommentare! Ich meine würden uns alle lieben, wäre es ja auch irgendwie langweilig…unser Ziel ist es so unbeliebt zu werden wie Justin Bieber. Der bekommt zumindest Sportschuhe umsonst ;)

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