Got Nuthin | Own Blood Magazine

OBM: Hi Leute! Könnt ihr euch bitte kurz unseren Lesern vorstellen, die euch noch nicht kennen.
Wir sind Steve am Gesang, Marcus am Schlagzeug, Muddy am Bass, Frank und Stephan an der Gitarre.

OBM: Im Februar habt ihr euer erstes Album "Last Recall" via "Demons Run Amok Entertainment " veröffentlicht, was denkt ihr, ist der wesentliche Unterschied zu eurer 7" Back on the Streets?
Die EP haben wir damals ca. 6 Monate nach Bandgründung aufgenommen. Da waren wir natürlich noch nicht besonders gut aufeinander eingespielt, und wo die Reise hingehen soll, war auch keinem so richtig klar. Wir haben denn einfach die 4 Songs ausgesucht und an einem Wochenende eingeprügelt. Alles recht simpel gehalten. Keine Überraschungen, einfach nur HC. Beim Songwriting zu Last Recall lief es denn umgekehrt. Wir haben uns Zeit gelassen und immer wieder an den Songs gefeilt. Das Resultat ist ein direktes, wütendes aber dennoch abwechslungsreiches Hardcore-Album. An dieser Stelle auch nochmal danke an Marc & Flo, (Daily Hero Recordings) die die Platte produziert und uns immer wieder nützliche Tips gegeben haben.


OBM: Ich persönlich habe nur Positives über eure neue Platte gelesen. Wie zufrieden seit ihr bis jetzt mit den Reaktionen der Medien und Fans bisher und wie geht ihr mit Kritik um?
Mit den Resonanzen sind wir bisher mehr als zufrieden. Es scheint, als hätten wir alles richtig gemacht mit dem Release. Da die Band zwar unsere große Leidenschaft ist, wir es aber nicht beruflich betreiben, ist uns Kritik relativ egal. Wir spielen die Musik, die wir lieben und leben. Wenn es dir nicht gefällt, ist uns das egal.


OBM: Ursprünglich wolltet ihr die Songs bereits 2015 veröffentlichen! Durch den Verkauf von "District 763 Records" hatte sich da jedoch zeitlich alles verschoben, war das für euch die absolute Katastrophe, man will ja sicherlich so schnell wie möglich die neuen Songs den Fans präsentieren.
Ja, das war schon eine ziemlich nervige Situation. Die EP ist gut gelaufen und somit war klar, dass wir das Album auch über District rausbringen. Studio wurde gebucht und der Zeitraum für den Release stand ebenfalls. In der Endphase der Aufnahmen erfuhren wir dann leider, dass Markus etwas kürzertreten muss und die Scheibe nicht mehr rausbringen kann. Jetzt standen wir da mit einem fertig produzierten Album und hatten keinen Plan wann, wie und wo es rauskommt. Glücklicherweise kam der Kontakt zu Demons Run Amok zu Stande. Das Label ist sehr gut aufgestellt und gibt sein bestes um die Bands zu unterstützen. Wir sind sehr dankbar, dass Marcel uns die Chance gegeben hat und sind zufrieden wie alles bisher gelaufen ist.
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OBM: Der Song "Szene" bezieht sich auf die fast nicht vorhandene HC-Szene in Berlin. Was denkt ihr, ist der Grund, dass sich in Berlin und generell in Deutschland in der Hardcore-Szene doch sehr viel über die Jahre verändert hat?
Zum einen ist es, die Übersättigung an Bands in Berlin oder generell in Deutschland. Berlin ist denke ich, sehr verwöhnt, was Shows anbelangt. Drei Mal die Woche gibt es Shows mit dicken Ami Bands und der Rest interessiert einfach nicht. Es ist aber auch so, dass viele Veranstalter das Risiko einfach nicht mehr eingehen, eine Show mit drei oder vier unbekannteren Bands zu machen und am Ende noch draufzuzahlen. Früher vor 10 Jahren gab es sowas noch, da konnte man aber auch sicher sein, dass der Laden dann aus allen Nähten platzt. Wie und wann es angefangen hat, nicht mehr zu funktionieren, da habe ich keine Ahnung.

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OBM: Welche Themen bearbeitet ihr noch auf "Last Recall"?
Der Song "Hope" zum Beispiel, setzt sich mit dem Tod auseinander. Er entstand, als zwei Freunde von mir sehr krank wurden. Der eine ist im November 2014 mit 34 Jahren an Magenkrebs gestorben, der andere sitzt mit 40 Jahren im Rollstuhl, mit einer MS Erkrankung. Hope ist meine Sicht der Dinge, was ich in solch einer Situation machen würde. Last words ist eigentlich nur aus dem Arbeitstitel entstanden, ich hatte den Chorus von Anfang an und hab den Song drum herum geschrieben. No morality, this is for you sind glaub ich aus puren Frust über die Szene entstanden und bei Last Recall hatte ich immer wieder irgendwie Propagandhi mit "Apparently, I´m a PC Fascist (Because I care about both human and non-human animals) consider some one else:Stop consuming Animal"im Hinterkopf. Nur um einige erstmal zu nennen.

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OBM: Entfindet ihr das Schreiben von Songs, wie eine Art Therapie bzw. Verarbeitung von euren Erlebnissen und Erfahrungen die ihr in der Zeit gemacht habt?
Verarbeitung ja, Therapie eher weniger. Ich glaube mit 37 Jahren ist man in seinem Leben so weit gefestigt, daß man sowas wie eine Therapie nicht braucht, wir sind ja schließlich keine Teenager mehr, auf Sinnfindung.
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OBM: Wie wichtig ist es euch, die Leute mit euren Songs zum Nachdenken zu bewegen?
Für mich persönlich, der die Texte schreibt, ist es eher unwichtig, ob meine Song jetzt zum Nachdenken bewegen oder nicht. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass irgendwer vor seinem Plattenspieler mit Kopfhörern sitzt und sich mit den Texten von mir auseinandersetzt, so wie ich es früher getan habe. Es ist ja nicht gerade französische Lyrik, die ich schreibe. Mich macht es glücklich, wenn Leute auf die Show kommen, Spaß haben und einige Parts vielleicht mitgrölen können, daß genügt schon.

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OBM: Ich weiß, als Band ist es immer schwierig einen Song aus einem neuen Album zu nennen, an dem man ganz besonders hängt. Welchen Song würdet ihr nennen, der das Album am besten repräsentiert?
Last Recall und Szene, sollten da glaube ich, als Erstes genannt werden, weil das die Songs sind, die am repräsentativsten sind. Ich persönlich aber habe "All eyes on me" als Favoriten, da er kurz und direkt ist und einem direkt in die Fresse klatsch und im zweitem Part noch von Frank von Go for it (R.I.P) gefeatured wird. Für mich ist es einfach der energetischste Song auf dem Album, ich spiele diesen Song auch live am liebsten, aber ich denke, da hat jeder einen anderen Favoriten in der Band.
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OBM: Wie es H2o schon so schön in ihrem Song "What Happened" textlich angeprangert haben "Dresscodes, FUCK NO! ", sind mittlerweile Dresscodes auf Shows doch alltäglich geworden. Bei vielen geht es gar nicht mehr um die Musik an sich! Woran liegt das eurer Meinung?

Als ich zum Hardcore gekommen bin, war ich fasziniert von dem Gefühl, der Atmosphäre die ich auf HC Shows erleben durfte. Das Gefühl nicht nur Zuschauer zu sein sondern ein Teil der Show. Sei es durch „extrovertiertes Tanzen“, Sing a Long Parts mit ganzer Kraft mit zu brüllen oder bei seinem Lieblingssong auf die Bühne zu stürmen und seine Lieblingszeile ins Micro zu Shouten, um mit einem Stagedive von der Bühne zu „gehen“. Dadurch hatte ich auch bei Bands, die ich musikalisch nicht so geil fand dennoch unglaublich geile Shows erlebt. Dresscode ist ne Sache für sich. Natürlich sieht man auf einer Hc Show viele Leute mit Shirts von Hardcore Bands und Mesh shorts sind bei den üblichen Temperaturen im Club schon angebracht. Mir gefällt dieser Stil ja auch. Ich glaube auch das viele die diese Musik hören im Alltag sehr„ Normal" rumlaufen (gezwungener maßen). Daher finde ich es  absolut nicht schlimm wenn man dann auf einer Show den HC-Style voll  auslebt. Dabei sollte man nur jedem seinen Raum geben und niemanden schräg angucken wenn er nicht die „HC-Uniform“ trägt. Für grade sowas ist kein Platz im Hardcore.
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OBM: Was bedeutet euch Musik in eurem Leben und welchen Stellenwert hat sie bei euch?

Mehr als ein Hobby und leider kein Beruf. Jeder von uns für sich und auch gemeinsam haben durch die Musik im Allgemeinen aber grade auch durch diese Band unzählige geile Abende, unglaubliche Shows und einfach nur schöne Momente erlebt. Wir geben uns selbst den Raum sich musikalisch zu verwirklichen und Hardcore zu leben. Und wenn anderen das auch noch gefällt und die Energie die wir reinstecken zurück kommt……..dieses Gefühl ist mit nichts anderem zu vergleichen.
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OBM: Welche CD/Vinyl hab ihr euch in letzter Zeit gekauft und welches Album könnt ihr besonders empfehlen?
Knuckle Dust – Songs of Sacrifice / Ignite- A War against you Comeback Kid – Die Knowing

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OBM:Hier noch ein paar kurze =Frage über Berlin:
Bester Imbiss: City Chicken in Moabit

Bester CD/Vinyl Laden: Dodo Beach Records

Beste Location: SO 36/ Cassiopeia
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Lieblings Ort: Proberaum
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OBM: Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit für uns genommen habt! Die letzten Worte gehören euch.
Vielen Dank für das Interview und den Support. Vielleicht läuft man sich ja mal bei einer Show über den Weg. Achja, Kranplätze müssen verdichtet sein.

GOT NUTHIN' | Szene

DISKOGRAFIE

Got Nuthin'| Last Recall
Erscheinungsdatum: 12.Februar 2016
Label: Demons Run Amok Entertainment

Got Nuthin' | Back on the Streets
Erscheinungsdatum: 01.Februar 2013
Label: District 763 Records

LINE UP

Steve | Gesang

Stephan | Gitarre

Frank | Gitarre

Muddy | Bass

Marcus | Schlagzeug

BAND WEBSITES

       

"Berlin ist denke ich, sehr verwöhnt, was Shows anbelangt. Drei Mal die Woche gibt es Shows mit dicken Ami Bands und der Rest interessiert einfach nicht. Es ist aber auch so, dass viele Veranstalter das Risiko einfach nicht mehr eingehen, eine Show mit drei oder vier unbekannteren Bands zu machen und am Ende noch draufzuzahlen. Früher vor 10 Jahren gab es sowas noch, da konnte man aber auch sicher sein, dass der Laden dann aus allen Nähten platzt. Wie und wann es angefangen hat, nicht mehr zu funktionieren, da habe ich keine Ahnung.

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