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Iron Chic - The Constant One

Punk

 

Ich liebe Latterman. Leider entdeckte ich sie erst kurz bevor sie, metaphorisch gesehen, in die ewigen Jagdgründe gingen. War ziemlich ärgerlich, besonders weil sie kurz vor meiner Entdeckung in Köln spielten und ich davon ausging sie niemals live sehen zu können (konnte man dann glücklicherweise irgendwann doch noch mal). Herz gebrochen. Aber in allem Schlechten findet man auch meist etwas Gutes – in diesem Fall die Nachfolgebands: Eine von diesen hört auf Namen Iron Chic. Ihre 2008er Demo half mir, etwa ein Jahr nach der Latterman-Trennung, über den erlittenen Schmerz hinweg und trocknete meine Tränen.

Dann ist einige Zeit vergangen: Es gab weiterhin gute Musik vom Fünfer aus Long Island, es wurden gemeinsam intensive Konzerte zelebriert und man hat sich schon ein bisschen in die Jungs verguckt. Jetzt ist The Constant One da und ich bin erschlagen. Was macht diese Band so besonders? Wohlmöglich schaffen es nur wenige aus mit so simplen Mustern so viel zu erreichen, in wenige Akkorde unglaublich viel Herzblut zu packen, Melodien zu erschaffen, die vom Ohr ins Hirn und Herz gehen und für Tage und Wochen verweilen. Alles ohne große Musiker zu sein. Kein unnötiges Brimborium, kein unnötiges posen, nichts. Einfach die gesamte Seele in Töne verwandeln, mehr muss auch nicht. Ich meine, ich wusste ja vorher schon, dass Iron Chic für mich persönlich eine ganz große Band ist und ich freute mich unglaublich auf das neue Album, aber als vor ein paar Wochen Sounds Like a Pretty Brutal Murder vorab veröffentlicht wurde stieg die Erwartungshaltung ins Unermessliche, sodass ich beinahe nur enttäuscht werden konnte. Wie sollte noch irgendein anderes Lied auf der Platte diesen Hit übertreffen? Geirrt, denn das Album schafft es fasst über die gesamte Länge auf diesem Niveau zu bleiben. Da ist Bogus Journey als uptempo Eisbrecher zur feierlichen Eröffnung der Gala. Wolf Dix Rd. mit seinen ganzen Whoa-Whoa-Whoas welche man sofort mit anstimmen möchte, obwohl man mit wildfremden Menschen im Bus sitzt. Die Neuaufnahme von Spooky Action at a Distance mit diesem unglaublich tollen C64 Intro und noch mal doppelt so viel Wucht als die Ursprungsversion. Oder ein Don’t Drive Angry (inkl. Erica Freas von RVIVR, einer anderen Ex-Latterman-Band) dass einen bei schnöder Büroarbeit den ganzen Tag am Leben hält. Jede Rille ist es gesondert Wert gefeiert zu werden, nur übersteigt das bei Weitem meine emotionale Intelligenz. What was the Question? I don’t fuckin’ know-whoa-whoa. I’m gonna find out on my own.

Wenn man vorher nur teeniemäßig verknallt war, weil der Neue einen über schwere Zeiten hinweg geholfen hat, ist es jetzt vielleicht sogar zur großen Liebe geworden. Ganz schön pathetisch alles? Stimmt wohl. Geschenkt. Interessiert eigentlich auch niemanden. Objektivität kann niemand und ist eh für’n Arsch

 

Wertung: 

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Band -Website: www.facebook.com/ironchicband

Bandmitglieder:

Jason Lubrano - Gesang

Phil Douglas - Gitarre, Gesang
Robert Mcallister - Gitarre
Mike Bruno - Bass
Gordon Lafler - Schlagzeug


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