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OBM: Hi Jungs! Wie geht’s euch? Wo werdet ihr dieses Jahr Weihnachten verbringen?

Hey hey! Alles gut bei uns! Wir haben ein schönes und ereignisreiches Jahr hinter uns. Weihnachten wird jeweils in der Heimat gefeiert, richtig spießig mit den Familien. Da gelten ja selbst für so Rebellen wie uns die gleichen Gesetze wie für jeden anderen auch.

 

OBM: Dieses Jahr gab es ja einen Besetzungswechsel bei euch. Bitte erählt uns, wie es dazu gekommen ist und wer der „Neue“ bei Lavatch ist!
Das stimmt, Ihsan hat uns am Bass verlassen. Das war ein schleichender Prozess, wir haben ja noch zusammen die neue Platte geschrieben und aufgenommen. Es war halt irgendwann klar, dass wir nicht in die gleiche Richtung wollen und auch menschlich nicht alles im grünen Bereich war. Wir haben Fehler gemacht, Ihsan hat Fehler gemacht, so sind Menschen. Wir sind für uns an einen Punkt gekommen, wo es mit den 5 Leuten nicht mehr weiterging. Ihsan teilte uns dann im Sommer mit ab sofort kein Teil mehr von Lavatch zu sein. Dann sind wir aber recht schnell auf Björn gestoßen. Ich kannte Björn schon vorher aus Aachen und wusste, dass sich seine alte Band kurz vorher aufgelöst hatte. Da spielte er zwar noch Gitarre, aber ich fragte mal kurz an bei ihm und hatte am nächsten Tag eine Mail von ihm im Postfach mit den Worten: „Wann proben wir? Ich kann schon 2 Songs!“ Als es dann im Proberaum auch sofort lief, war die Sache auch schon gegessen.

 

OBM: Björn tritt in recht große Fußstapfen. Wie macht er sich bisher so?
Ja, Ihsan hatte natürlich einen großen Anteil an dieser Band und ohne ihn würde auch unser Album nicht so klingen, wie es nun ist. Björn macht seine Sache aber sehr gut, spielt einen ganz anderen Stil, als wir das vorher gewohnt waren, aber passt sehr gut zum Rest. Wir sammeln gerade erste Ideen zu neuen Songs und da wird man dann sehen, wie sich Björn dabei einbringen wird. Allerdings darf man ja auch nicht vergessen dass auch Ihsan kein Gründungsmitglied war, also es gab schon in der Zeit vorher gutes Songmaterial bei uns. Es wird wahrscheinlich bei einer anderen Mischung einen etwas anderen Klang bekommen, aber das finden wir eher spannend.

 

OBM: Im September habt ihr euer neues Album „Mammoths Of Cold Souls“ raus gebracht. Die Rezensionen waren ja alle sehr positiv und auch ich finde, dass ihr euren sehr eigenständigen Sound auf ein neues Level gehoben habt. Was habt ihr im Vergleich zum alten Album „Polygraph“ diesmal anders gemacht?
Die Rezensionen waren wirklich sehr positiv. Wir waren selbst sehr überrascht, wie wohlgesonnen uns alle waren. Schön, es freut uns natürlich, dass die Leute wertschätzen, was wir uns da zusammen ausgedacht haben. Wir waren beim Songwriting zu „Polygraph“ gerade erst in dieser Konstellation zusammen. Wir wollten unbedingt was zusammen aufnehmen und haben die Sache sehr schnell in Angriff genommen.

Bei „Mammoths Of Cold Souls“ waren wir viel gefestigter als Band und wussten viel, mehr wohin die Reise gehen soll. Eigentlich war es nur ein logischer Prozess, dass wir uns da noch etwas weiterentwickeln. Ich denke das wird bei der nächsten Platte wieder ein wenig zu spüren sein. Der Sound an sich ist eine ganz eigene Geschichte für sich. Wir haben zu aller erst mal das Studio gewechselt. Bei „Polygraph“ haben wir uns halt schuljungenmäßig austricksen lassen. Wir haben mit einem „Bekannten“ von uns aufgenommen, der auch schon die EP aufgenommen hatte. Da ging so weit noch alles glatt. Allerdings war das eher so ein Praktikantenjob für den guten und bei den Aufnahmen war er selber schon seit gut einem Jahr nicht mehr in einem Studio gewesen. Hat er uns leider verschwiegen, wir haben nicht nachgeforscht, den Burschen auch wirklich fürstlich für diese Verhältnisse entlohnt und dann haut der Typ in einer Nacht und Nebelaktion auch noch einfach ab. Dann mussten wir die Aufnahmen die sich wirklich nicht gut anhörten in ein anderes befreundetes Studio bringen und retten, was noch zu retten war. Im Vergleich dazu waren die neuen Aufnahmen geradezu langweilig und beruhigend. Es hat mit Martin und dem Gernhart Studio einfach gepasst. Schönes, konzentriertes Arbeiten und kein rumhängen.

 

OBM: Auf welchem Label seid ihr momentan vertreten? Wie viel D.I.Y. Steckt im neuen Album?
Wir sind bei Ampire Records gelandet. RPHC war leider finanziell am Boden, so wie es halt manchmal ist, es trifft leider die falschen und so mussten wir uns wohl oder übel umschauen wer das Ganze mit uns zusammen machen will. Wir haben die Ampire Jungs schon teilweise vorher auf Konzerten kennengelernt und dann kam auch zusammen, was zusammengehört. War sehr unkompliziert und wir fühlten uns gleich willkommen und mehr kann man sich ja eigentlich auch kaum wünschen. Da wir uns immer noch um vieles selber kümmern schon eine ganze Menge DIY hoff ich. Natürlich haben wir einen Vertrieb, der sich um unsere Platte kümmert, jedoch fühlen wir uns eigentlich noch genauso wie vorher. Wir haben aber auch gern vieles selbst in der Hand, auch wenn das natürlich manchmal hart ist.

 

OBM: Wie schon bei „Polygraph“ macht ihr die Lyrics von „Mammoths Of Cold Souls“ wieder online für jeden zugänglich. Inwiefern unterscheiden sich die Themen, die ihr auf „Mammoths Of Cold Souls“ behandelt mit denen von der Vorgänger-Platte?
Ja, das muss für uns so sein. Lyrics gehören einfach genauso dazu wie die Musik und demnach machen wir die auch für alle zugänglich. Die Texte handeln halt von anderen Leitmotiven, die wiederum gar nicht so weit auseinanderliegen. Bei „Polygraph“ ging es lyrisch ums Lügen und bei „Mammoths Of Cold Souls“ um das menschliche Handeln an sich, also wie gehen wir mit der Umwelt um, mit uns selbst und unseren Mitmenschen.

OBM: Was haltet ihr davon, wenn ihr im Metalhammer schon mit Bands wie Converge oder Every Time I Die verglichen werdet?
Das liest man natürlich gern, aber was sollen wir davon schon halten? Es ist extrem nett mit solchen Bands verglichen zu werden, nützen tut uns das aber nix. Den Converge-Vergleich finde ich persönlich bei der neuen Platte auch irgendwie gar nicht mehr so angebracht, aber ich bin wohl auch zu nah dran um mit genügend Abstand an die Sache ranzugehen. Der kam ja doch oft und scheinbar verbinden uns dann doch viele Leute mit dem Converge-Style. Aber es ist, was womit man später mal ein wenig bei seinen Enkeln angeben kann.

 

OBM: Wie kommen die Songs von „Mammoths Of Cold Souls“ auf euren Shows an? Arbeitet ihr schon wieder an neuem Material?
Sehr gut kommen die an. Die Polygraph Stücke waren ein ganzes Stück sperriger und sind auch fast alle aus dem Set verschwunden. 2-3 Stücke rotieren immer wieder mal ins Set rein, damit es spannend bleibt. Ja, wir arbeiten tatsächlich wieder an neuem Material. Wir waren ja auch schon im Januar im Studio um die Platte aufzunehmen. Es wird also für uns wieder Zeit neue Sachen zu schreiben und uns wieder ein Stück weit zu verbessern. Wir können so viel sagen, dass wir jetzt ein paar Sachen ausprobieren werden, die wir uns vorher vielleicht noch gar nicht erträumt hätten zu mixen. Die ersten Ideen sind da und es klingt spannend. Wir spielen auch mit dem Gedanken nach dem Sommer wieder ins Studio zu gehen.

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OBM: Ihr seid ja regelmäßig unterwegs, um Shows zu spielen. Welche waren die besten in 2011?

Die Eindrücke von der Defeater & More Than Life Show sind ja noch gar nicht richtig verarbeitet, aber das war schon eine sehr nette Show für uns. Das Publikum war gut drauf und hatte sichtlich Spaß. Das ist eigentlich das wichtigste für uns. Rein emotional war natürlich die Sick Of It All Show im Sommer der Hammer. Die Bühne mit seinen Jugendhelden teilen, super!

 

OBM: Seit 2005 seid ihr als Band aktiv. Wie schafft ihr es, in einem Genre, in dem sich viele gute Bands viel zu schnell auflösen, so kontinuierlich euren eigenen Weg zu gehen?

Keine falschen Vorstellungen. Wir haben nie nur einen Gedanken daran verbracht irgendwie Rockstars zu werden. Wir gehen unseren geregelten Jobs nach und sehen die Band als Ausbruchmöglichkeit aus unserem Alltag. Wenn man natürlich Träume in diese Art von Musik steckt, dann können die nur auf kurz oder lang zerbrechen.

 

OBM: Welche Bands werden, eurer Meinung nach, 2012 durchstarten? Was hört ihr im Moment für Bands?

Puh, schwierige Frage. Durchstarten…hm…ich hoffe zumindest nur Bands mit dem Herz am richtigen Platz. Bullshit verzapfene Partymonster haben wir ja gerade zu viele. Ich kann da aber keine Prognose abgeben, denn scheinbar gehen unsere Geschmäcker momentan nicht wirklich mit allen gerade angesagten Trends konform. Wir hören halt so Kram wie halt Everytime I Die, Stray From The Path, Hope Conspiracy, Modern Life Is War, Keepsake, Shai Hulud, Oathbreaker usw.

 

OBM: Welche Pläne haben Lavatch für 2012?

In erster Linie wieder die ein oder andere Tour spielen und auch ansonsten so viel Live zu spielen wie es irgendwie möglich ist. Dann würden wir wie gesagt gern wieder ins Studio gehen und einen Nachfolger für „Mammoths Of Cold Souls“ aufnehmen.

 

OBM: Was wünscht ihr euch zu Weihnachten? Und was wünscht ihr euren Fans zu Weihnachten?

Der Weihnachtsmann soll mir die Autoversicherung bezahlen. Dann wär ich schon mal glücklich. Ansonsten wollen wir einfach gesund bleiben. Und das wünschen wir auch allen anderen! Passt auf euch auf!

 

OBM: Was darf auf keiner Weihnachtsfeier fehlen?

Spontan würden wir sagen ein Kopierer. Ihr wisst warum!

 

OBM: Vielen Dank für das Interview und alles Gute im neuen Jahr für Lavatch!!!

Wir haben zu danken und wünschen allen Lesern ein frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Discography

Lavatch - Mammoths Of Cold Souls

(09.09.2011)

Lavatch - Polygraph

(01.10.2009)

Lavatch-EP

(01.04.2008)

Lavatch-Demo

(01.04.2006 )
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Line Up:

Marco Kathage - Gesang
Robert Weis - Gitarre
Jochen Becker - Gitarre
Björn Gögge - Bass

Jannis Meyer - Schlagzeug

Links

Review zu Lavatch - Mammoths of cold souls

Review zu Lavatch - Polygraph

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