Light Your Anchor | Own Blood Magazine

OBM: Hallo zusammen, seit unserem letzten Interview hat sich bei euch einiges getan! Gebt uns doch einen kurzen Überblick, was das letzte Jahr alles bei euch passiert ist!

„Es ist wirklich viel passiert. Bis es zu der Band, die jetzt LYA bildet, kam, war es ein weiter Weg. Wir haben Daniel als Frontmann in die Band geholt um Thomas zu entlasten. Thomas spielt zudem jetzt auch die 2. Gitarre, was uns Live mehr Druck verleiht. Mit Max am Schlagzeug haben wir ebenfalls einen guten Fang gemacht. Wir haben wirklich viel Zeit in unsere erste LP „Hopesick“ gesteckt und haben bei Let it Burn unterschrieben. Das alles hat uns einen wahnsinnigen Schritt nach vorne gebracht.“

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OBM: Ich habe bis jetzt nur Positive Berichte über euren ersten Longplayer gelesen! Wie sehr freut man sich, wenn sich die harte Arbeit die man in die eigenen Songs gesteckt hat, großen Anklang bei den Leuten findet?
„Grade weil wir so viel Zeit in diese Platte gesteckt haben, hatten wir anfangs große Angst, ob es den Leuten nun gefällt oder nicht. Der gute Anklang zeigt uns, dass sich der ganze Stress, den wir uns selbst machten, gelohnt hat. Klar macht man Musik, weil man Spaß daran hat und seine Ideen verwirklichen will, aber wenn man dann dazu noch die Bestätigung von Anderen bekommt, freut einen das umso mehr.“
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OBM: Was war euch besonders wichtig bei der Produktion, hattet ihr genaue Vorstellungen wie eure Songs klingen sollen?
Wir wollten auf jeden Fall ein Endprodukt schaffen, bei dem wir nicht hinterher etwas bereuen oder uns denken: „Hätten wir das mal anders gemacht“.  Bis die Songs standen ging viel Zeit ins Land: keine Kompromisse, keine Notlösungen oder Songs, die wir nach 10 mal hören schon wieder langweilig finden. Soundtechnisch wollten wir keine

Überproduktion. Wir sehen uns mehr als Punk Band und hatten mit Aljosha Sieg von Pitchback Studios jemanden gefunden, der uns einen punkigen Sound gezaubert hat, der aber wirklich qualitativ hochwertig ist.
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OBM:Wo seht ihr die bedeutendsten musikalischen Unterschieden zu „Peter Pan Syndrome“ ?
Ein großer Unterschied ist, dass wir nun Daniel als Frontmann haben denke ich. Wir können nun besser mit Clean Gesang und Shouts kombinieren, da wir viel mehr Möglichkeiten haben. Zudem finde ich, dass man hört, dass wir uns viele Gedanken beim Songwriting gemacht haben. Wer denkt, dass wir in jedem Song Breakdowns haben, der wird sich täuschen ; Wer denkt, dass wir mehr Melodien und Gesangparts haben, der wird sich freuen.

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OBM: Wieso habt ihr euch für den Titel „Hopesick“ entschieden, was für eine Bedeutung hat er für euch persönlich?
Ähnlich wie bei Peter Pan Syndrome läuft es darauf hinaus, dass man im Leben mehr und mehr Verantwortung bekommt und Sachen in die man sein Herzblut gesteckt hat, vernachlässigt. Es ist in einigen Lebensabschnitten schwer sich etwas zu suchen, aus dem man Hoffnung schöpfen kann. Ich glaube jeder hatte mal diesen Punkt, wo man denkt „wieso mache ich das eigentlich“ oder „wieso immer ich“. Doch bei diesen Punkten ist immer irgendwas da, was einem die nötige Hoffnung gibt, weiter zu kämpfen.

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OBM: "Hopesick" hat ein sehr interessantes Artwork, wer ist dafür verantwortlich und inwieweit spiegelt es den Inhalt eures Albums wieder?
Das Artwork kommt von Coma Graphics. Es ist ein Symbol für Fernweh und zeigt unsere Heimat- und Hafengebundenheit. Ein Ort an dem man halt findet und sich zurückziehen kann, wenn die Ferne einen zurückwirft.

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OBM: Von dem französische Schriftsteller Victor Hugo stammt der Satz „Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist.“ Was möchtet ihr in euren Songs ausdrücken, was für Themen sind euch besonders wichtig darüber zu schreiben?
Viele Künstler machen Songs, die zeigen wie schön das Leben sein kann. Das Leben hat aber seine Sonnen- und Schattenseiten und es gibt vieles was einen runterreißt. Es ist schwer wieder aufzustehen, zu seiner Meinung zu stehen und einfach sein Ding durchzuziehen. Es gibt Werte und Normen in dieser Gesellschaft, aber man sollte aufgrund dieser Richtlinien sich selbst nicht komplett verbiegen lassen.
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OBM: Wie stellt ihr die Qualität eurer Songs sicher? Könnt ihr den nötigen Abstand zu eurer kreativen Arbeit einnehmen, so dass ihr euch ein möglichst objektives Urteil über eure Songs bilden könnt?
Wir machen die Musik, die wir mögen. Die Musik, die wir schreiben und die Songs, die wir nach 10 mal hören immer noch cool finden. Ich glaube, dass wir als Künstler keine Objektive Meinung über unsere Songs brauchen. Und auch grade Musik ist geschmackssache und bei Geschmack kann es meiner Meinung nach keine Objektivität geben, es sei denn, man macht Pop-Musik für die breite Masse.

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OBM: Erfolgt eure musikalische Entwicklung bewusst und zielgerecht oder würdet ihr sagen, dass es eine natürliche Evolution ist?
Sowohl als auch. Man hat Ziele vor Augen wie z.B. immer bessere Songs zu schreiben ohne „0815“ Parts, die man sich sparen könnte. Letztendlich erfolgt aber trotzdem alles natürlich, weil es ein Mix aus Gefühl und Theorie ist Songs zu schreiben / zu spielen.

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OBM: Gerade im melodischen Hardcore Bereich gibt es viele verschiedene Stile und ein ständiges Kommen und Gehen! Fühlt ihr euch mit irgendwelchen Bands soundmäßig verbunden?
Wir erfüllen ein großes Altersspektrum, somit sind wir mehr oder weniger mit verschiedenen Bands aufgewachsen. Trotzdem gibt es Bands wie This Is A Standoff, Counterparts oder Satanic Surfers, die wir alle gut finden und uns auch ein wenig verbunden fühlen.  Deutsche Bands können sich heutzutage mehr und mehr über Aufmerksamkeit freuen!

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OBM: Glaubt ihr, dass es immer noch so ist, dass es amerikanische und englische Bands im Haifischbecken des modernen Hardcore leichter haben sich durchzusetzen?

Was im Moment aus England alles rüberkommt wie Climates, Napoleon etc. ist natürlich echt richtig gut. Bei diesen Bands sind die Erwartungen sofort höher, obwohl auch deutsche Bands mit diesem Standard mithalten können. Langsam werden auch deutsche Bands aus kleinen Fischen zu Haien in diesem Becken, aber das braucht mit Sicherheit noch Zeit.“

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OBM: Wie verdient ihr euren Lebensunterhalt, so dass ihr mit „Light Your Anchor“ auf Tour gehen und Musik machen könnt?
Wir arbeiten mehr oder weniger alle in kreativen Branchen. Thomas und Daniel sind Tätowierer, Toni und ich arbeiten in Werbeagenturen und Max ist noch Schüler. Alles unter einen Hut zu bringen ist schwierig, aber machbar.

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OBM: Welche CD/Vinyl habt ihr euch zuletzt gekauft?
Michi: Counterparts – The Difference Between Home and Hell (Vinyl)
Daniel: Norma Jean
Thomas: Beatsteaks
Max: -
Toni: Counterparts – The Difference Between Home and Hell

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OBM: Welche sind für euch die besten vier Alben aller Zeiten?
Das kann man nie sagen. Wir sind 5 Leute in der Band und wir alle haben unterschiedliche Favoriten. Zu dem kommt jedes Jahr Neues auf den Markt, wo man sich denkt „das ist das Beste, was ich je gehört habe“. Es ändert sich wirklich kontinuierlich.
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OBM: Was ist schlimmer – schlechte Musik oder schlechtes Essen?
Für mich definitiv das schlechte Essen. Auch wenn beides geschmacksache ist, ist die Toleranzgrenze bei der Musik höher. Künstler, die in meinen Ohren „schlechte Musik“ machen, haben trotzdem irgendwo Fans und packen ihr Herzblut in die Songs. Das verdient den Respekt, diese Musik zu akzeptieren.

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OBM: Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit für unser Interview genommen habt, wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg! Die letzten Worte gebühren euch!
Danke für das Interview. Und denkt dran: Niemals schlechtes Essen! :)

 

LIGHT YOUR ANCHOR | Buried in my Mind

DISKOGRAFIE

Light Your Anchor | Hopesick
Erscheinungsdatum: 14.Juni 2013
Spielzeit: 31:58
Label: Let It Burn Records
Producer: Aljoscha Sieg


Light Your Anchor | Peter Pan Syndrome
Erscheinungsdatum: 21.März 2012
Spielzeit: 17:39
Label: Bruised & Broken Records
Producer:


LINE UP

xDanielx - Gesang

xThomasx -Gitarre, Gesang
xMichix - Gitarre
xTonix - Bass
xMaxx - Schlagzeug

BAND WEBSITES

     

"Wir machen die Musik, die wir mögen. Die Musik, die wir schreiben und die Songs, die wir nach 10 mal hören immer noch cool finden. Ich glaube, dass wir als Künstler keine Objektive Meinung über unsere Songs brauchen. Und auch grade Musik ist geschmackssache und bei Geschmack kann es meiner Meinung nach keine Objektivität geben, es sei denn, man macht Pop-Musik für die breite Masse.

"

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