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OBM: Wenn man Marathonmann bei Google eingibt, ist dort das erste Ergebnis  der gleichnamige Film von 1976 mit Dustin Hoffman in der Hauptrolle! Wie kamt ihr auf diesen doch recht ungewöhnlichen Bandnamen?
Um ehrlich zu sein: es hat nichts mit dem Film zu tun. Genausowenig mit dem Song von Prinz Pi. Es vermittelt einfach eine Grundstimmung , und die heisst: nicht aufgeben, immer weiter laufen! Und das beziehen wir ganz klar auf das Leben. Jeder läuft den Marathon seines Lebens ob er will oder nicht… das ist ein ganz wichtiges Thema bei uns. Ausserdem klingt der Name griffig und erzeugt ein starkes Bild im Kopf.


OBM: Bei eurem Sound kommen mir gleich Bands wie Turbostaat oder Escapado in den Sinn! Würdet ihr sagen, dass diese Bands euch musikalisch beeinflusst haben oder sind es nur ein paar Gemeinsamkeiten, die euch mit diesen Bands verbinden?
Klar, wir stehen im Proberaum und sagen bei einem fertigen Song: Der klingt nach Escapado. Und der klingt nach Muff Potter. Das sind jetzt gegenübergestellt schon Welten, aber das machen wir eher an Kleinigkeiten fest, wir haben ja auch unseren ganz eigenen Stil inmitten dieser ganzen Bands die sich auf die ein oder andere Art ähneln. Vielleicht auch nur weil alles deutsch ist? Von wirklich starker musikalischer Beeinflussung kann man aber nicht sprechen. Ein paar von uns hören solche Bands auch privat, die anderen kennen vielleicht einen Song von Turbostaat. Wir haben fast alle unsere Wurzeln im Skatepunk-Bereich, oder im Metal und das kann man, wenn man es weiss auch raushören. Wir haben uns die Musik die wir jetzt machen, nicht aus verschiedenen Vorbildern

zusammengeschustert, das ist einfach ein Ergebnis unserer Entwicklung. Es sind nur ein paar Gemeinsamkeiten, die uns mit den Anderen verbinden.

OBM: „Die Stadt gehört den Besten“ ist ein sehr aussagekräftiger Titel. Was steckt dahinter?
Dahinter stecken die Erinnerungen an durchgefeierte Nächte mit deinen Jungs. Es steckt die Botschaft drin, nie zu vergessen wer man früher mal war und wie es sich angefühlt hat, als man dachte einem gehört die ganze Welt und es braucht nur Dich und ein paar deiner Freunde um sie zu erobern. 


OBM: Aus welchen Gründen habt ihr euch für das sehr schlichte Cover entschieden das auf eurer EP zu sehen ist?
Ganz einfach: bei uns geht es nicht um dicke Poser-Covers und unterbewusste Selbstverherrlichungs-Ansagen, sondern um das was innendrin ist. Wir haben dieses Underdog-Feeling in uns und stellen keine Ansprüche an uns die nächsten Axl Roses zu werden. Auch wenn er nach seinem Lifting vor ein paar Jahren um einiges frischer aussieht.

OBM: „Musik ist höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie“ schrieb einst Beethoven. Aus welchem Grund macht ihr Musik?
Wir hatten in der Vergangenheit eine Phase in der sich unsere alte Band aufgelöst hat - mangels Zeit und Mangels anderer Sachen aber im Endeffekt hat sich nach der Neugründung gezeigt, dass wir einfach zusammen als Ganzes funktionieren und sich diese ganze Geschichte wie ein 2. Zuhause anfühlt. Jeder geht da drin voll auf und kann sich auf welche Art auch immer darin ausleben. Für uns ist es nun mal dieser Weg, wir machen das weil es einfach aus uns rauskommt.


OBM: In euren Texten geht es um Dinge, mit denen man sich beschäftigt, wenn man älter wird. Wie z.B. Wege die man einschlägt, um Entscheidungen die man treffen muss und Veränderungen  die das Leben immer wieder mit sich bringt! Wie schwer ist es solche Themen in einen Text unterzubringen und wie viel persönliche Erfahrungen stecken darin?
Die Texte sind voll von persönlichen Erfahrungen und Erinnerungen. Aber auch so gehalten dass sich Leute darin wiederfinden - das ist uns enorm wichtig, wir wollen Geschichten erzählen bei denen man das Gefühl bekommt selbst dagewesen zu sein. Auch wenn man dieses Gefühl nur an ein paar Zeilen festmachen kann. Und wenn es echt ist, ist es auch nicht schwer das rüberzubringen.


OBM: Die meisten Deutschen Bands scheuen sich Texte auf Deutsch zu schreiben und frönen lieber der englischen Sprache, was denkt ihr, woran das liegt?
Weil man es einfach gewohnt ist, dass Musik englisch ist. Das ändert sich zwar gerade etwas und man nimmt auch deutsche Musik mehr wahr aber wer aus einer kleinen Band traut sich denn da schon ran? Will man nicht ein bisschen auf Nummer sicher gehen und seinen Ami-Idolen nacheifern? Sich so fühlen wie die? Denkt man nicht oft "die Textzeile klingt so cool, die bau ich etwas anders auch ein. Ich will da auch mitmischen!" Leider ja. Aber das Wort "leider" nur wegen den fehlenden Eiern und nicht weil es eine andere Sprache ist.


OBM: Ich habe bis jetzt nur Positive Berichte über euren ersten Output gelesen! Wie sehr freut man sich, wenn sich die harte Arbeit  die man in die eigenen Songs gesteckt hat, großen Anklang bei den Leuten findet?
Wir für unseren Teil freuen uns unglaublich. Du musst bedenken, dass es uns erst seit Anfang des Jahres gibt und wir zu dieser Zeit nie mit einer solchen Resonanz gerechnet hätten. Wir haben zu dieser Zeit unsere (nach Selbsteinschätzung) 3 besten Lieder aufgenommen und in Eigenregie ein Video gedreht u versucht das Beste daraus zu machen - offensichtlich mit Erfolg. Da kann man auch die oft langen Fahrten nachts im Auto und die Stunden im viel zu heissen Proberaum noch besser aushalten und rechtfertigen. Nicht falsch verstehen, wir lieben jede Sekunde die wir mit dieser Band erleben aber es ist nicht alles einfach ein Spaziergang am Nachmittag.


OBM: Der Opener „Hier fängt alles an“ kommt mit nur mit einer Textzeile aus, was ja recht ungewöhnlich ist! Wie kamt ihr auf diese Idee?
Dieser Song find als Intro-Idee an und wuchs dann langsam zu einem Statement. Und ein Statement hält man am Besten kurz und knapp. Egal was man damit für sich persönlich verbindet oder was man da in uns reininterpretiert: Er sollte uns als neue Band als Start dienen, es ist der erste auf der EP und auch live fangen wir damit an. Es ist wie ein Countdown wenn wir damit auf der Bühne beginnen.


OBM: Die Szene in Deutschland schaut kaum noch über den eigenen Tellerrand und steht neuen Sachen immer sehr skeptisch gegenüber! Wie seht ihr diese Entwicklung?
Ist das nicht überall so, dass jede Szene für sich Regeln aufgestellt hat, die man als "neues Ding" erstmal brechen muss oder sonstwie über bestimmte Grenzen kommen muss? Aus unserer Sicht kommen wir aber im Moment an keine Tellerränder, was aber nicht heisst dass man sich nicht gegenüber vielen "beweisen" muss… Ansonsten: Grenzen auf, es gibt so viel anderes zu entdecken, musikalisch wie menschlich.


OBM: Ich habe heute in einem Bericht gelesen, dass viele große Bands es langsam mit der Angst zu tun bekommen! Denn durch die steigenden Rückgänge an CD Verkäufen, wird es immer schwieriger, sein Leben als Musiker zu bestreiten. Die Konsequenz sind  immer höhere Ticket Preise, damit es sich überhaupt noch rentiert Musik zu machen! Würdet ihr sagen, dass der illegale Download Boom viel mehr zerstört als die Leute denken?
Zerstörung hin oder her - es ist einfach eine Veränderung, die mit voller Wucht eingeschlagen hat und die für alle Seiten Vor- und Nachteile bringt. Würden wir jede Band, die wir heute lieben überhaupt kennen, wenn wir sie nicht vor Jahren zufällig im Internet gefunden hätten? Klar, illegal.. aber das kann keiner mehr aufhalten. Das einzige was wir dazu sagen können: geht auf Shows und kauft ein T-Shirt oder eine CD wenn es euch gefallen hat… oder macht ein Foto und postet es auf Facebook… oder lenkt den Merch-Guy ab und klaut irgendwas… hauptsache ihr nehmt irgendwas mit.


OBM: Welche CD/Vinyl habt ihr euch zuletzt gekauft?
Die neue von Casper auf Vinyl, dann eine Duesenjaeger auf Vinyl und Polar Bear Club. Für den Tourbus gab's Kollegah und Haftbefehl.


OBM: Was ist schlimmer – schlechte Musik oder schlechtes Essen?
Schlechtes Essen natürlich. Allein aus dem Grund weil das Verdauen des Einen viel schmerzahfter als das Vergessen des Anderen ist.


OBM: Was ist das schönste an München und was sollte man unbedingt gesehen haben, wenn man die Stadt besucht?
Das schönste an München ist das, was du erst siehst wenn du ein paar Tage dort bist… Wer nicht auf High-Society Muttis im Porsche Cayenne an jeder Ecke steht, muss schon etwas suchen bis er die Fleckchen gefunden hat an denen man sich so richtig wohlfühlt. Aber leg dich doch einfach tagsüber an die Isar und schau dir etwas das Treiben an und starte dann deinen Abend am Kiosk an der Reichenbachbrücke. Wir sind bestimmt auch nicht weit...


OBM: Gibt es sonst noch irgendwelche Sachen, die ihr schon immer mal in einem Interview loswerden wolltet?
Danke für's lesen, falls ihr soweit gekommen seid! Ich denke das ist genug als Abschlusswort.

Discography

Marathonmann - Die Stadt Gehoert Den Besten EP

Line Up:
Michi - Bass, Gesang
Robin - Gitarre
Tom - Gitarre

Marcel - Schlagzeug

Links

 

"Die Texte sind voll von persönlichen Erfahrungen und Erinnerungen. Aber auch so gehalten dass sich Leute darin wiederfinden - das ist uns enorm wichtig, wir wollen Geschichten erzählen bei denen man das Gefühl bekommt selbst dagewesen zu sein. Auch wenn man dieses Gefühl nur an ein paar Zeilen festmachen kann. Und wenn es echt ist, ist es auch nicht schwer das rüberzubringen."

 

Review zu Marathonmann - Die Stadt gehört den Besten EP

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