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SAPHENA

OBM: Da wir zum ersten Mal das Vergnügen haben, stellt euch und eure Band doch einmal kurz und knapp vor!

Hi, wir sind Andi, Rob, Joki, Robert und Axel – zusammen saphena. Wir machen im weitesten Sinne Metal oder das was man heutzutage auch als „Post“ bezeichnet. Das Ganze ist bei uns hier und da auch mal vertrackt und wir legen Wert auf maximale Intensität. Wir machen das Ganze seit über 10 Jahren und gehen langsam als Ü30 durch, eine entspannte Situation finden wir.

OBM: Saphena heißt übersetzt "Hauptvene" warum habt ihr euch für diesen Namen entschieden, gab es dafür einen bestimmten Grund?

Wir haben den tatsächlich aus dem Medizinlehrbuch. Wir suchten einen Name, der nicht englisch ist (wir haben deutsche Texte) und möglichst unbesetzt. Quasi sowas wie ein Kunstwort. „Saphena“ gibt es nur im medizinischen Kontext und halt bei uns. Der Name hat sich irgendwie passend angefühlt, das war wohl der Hauptgrund ihn zu wählen. Aus der „Hauptvene“ könnte man aber auch eine coole Erklärung machen…

OBM: Euer aktuelles Album "Das Ende einer Wahrheit" hat ein sehr interessantes Artwork, wer ist dafür verantwortlich und inwieweit spiegelt es den Inhalt eures Albums wieder?

Danke, das Lob geben wir weiter. Für das Artwork ist Pepe von azraeldesign verantwortlich. An ihm kommt man ja kaum vorbei, wenn man ein gutes Design für unsere Musik braucht. Zudem ist er ein guter Freund von uns, so dass wir sehr lange gemeinsam entwickelt haben, was wir wollen. Er mag unsere Musik und kann sich in unsere Inhalte und Stimmungen ein denken – ein Riesenvorteil. Daher finden wir auch, dass es die perfekte Weiterführung der Inhalte/Musik und Stimmung des Albums ist. Wir sind damit sehr glücklich und haben das Artwork durch unser gesamtes Erscheinungsbild gezogen. Worum es geht begreift man wohl am besten beim Hören und Schauen.

OBM: Der Titel eures Albums sagt schon einiges über den Inhalt aus, wie ich finde, und scheint der inhaltliche Leitfaden des Album zu sein oder sehe ich das falsch?

Durchaus. Es geht bei „Das Ende einer Wahrheit“ darum, dass wir nicht mehr bereit sind Wahrheiten im Sinne von fertigen Baukästen an Werten und Antworten zu akzeptieren. Das war und ist unsere gemeinsame Stimmungs- und Gedankenlage. Andis Texte standen dabei am Anfang und ließen sich unter der Überschrift gut zusammenfassen. Zudem spiegelt es recht gut unser aller Gemütszustand wider. Wir ticken da schon recht ähnlich und unsere Diskussionskultur innerhalb der Band ist sehr ausgeprägt. Wir legen auch wert drauf, dass sich jeder in der Band in den Texten wieder findet. Alles in Frage zu stellen gehört maßgeblich dazu, auch musikalisch.

OBM: "Das Ende einer Wahrheit" klingt viel ausgereifter als der Vorgänger, seht ihr dieses Album als eine Art Neuanfang für Saphena?

Danke, das war so geplant und ja es ist ein Neuanfang. Vor dem Album hatten wir eine Motivationskrise in jeder Hinsicht. Wir haben einige Besetzungswechsel durch und uns bewusst so viel Zeit für das Album genommen, wie wir gebraucht haben. Erstmals haben sich unsere Hauptsongwriter Rob und Andi sehr viel ausgetauscht und vieles ist als Skizze am Rechner entstanden. Wir konnten endgültig sagen, dass uns egal ist, welcher Zielgruppe das Zeug gefällt. In Szenen jeglicher Art passen wir scheinbar nicht rein. Das sagt zwar jeder, aber man kann sich auf unseren Konzerten davon immer wieder überzeugen. Wenn man also eh keine Erwartungen hat und niemanden, der irgendwas erwartet, kann man also auch mal gänzlich neue Dinge probieren. Dafür ist unser musikalischer Kopf und Gitarrist Rob definitiv der Mann. Er hat sagen wir mal recht ausgefallene Vorstellungen von Gitarrenmusik. Letztendlich war für die Ausgereiftheit definitiv der Einfluss unseres Produzenten und jetzt auch Gitarristen Joki verantwortlich. Er hat die Songs erbarmungslos auseinander genommen und uns einen durchdachten Sound verpasst. Das lief so gut, dass er im Songwriting erst mal nichts hören darf und sozusagen ausgesperrt wird um später unabhängig zu sein. Wir werden sehen, was da passiert in Zukunft.

OBM: Wie ich in einem Interview gelesen habe, ist für euch Saphena ein doch eher professionell gehaltenes Hobby, habt ihr euch trotzdem irgendwelche Ziele gesteckt, die ihr mit Saphena erreichen möchtet?

Mit solcher Art Musik vom großen Ruhm zu träumen ist ja schon vermessen. Es ist nichts für jeden und man muss sich jeden Einzelnen hart erspielen und bei jedem Konzert gibt es eben auch einige, die nicht drauf klarkommen. So muss das ja auch sein. Trotzdem arbeiten wir so professionell wie möglich und wollen natürlich auch nicht nur die Qualität der Musik sondern auch den Rahmen in dem wir live spielen verbessern. Qualität statt Quantität ist das schwer zu verwirklichende Motto, wenn es um die Livepräsenz geht. Wir sind da noch lange nicht am Ziel. Langfristig gute Platten machen, live wachsen und das Besondere in der Band und den Typen darin erhalten, das ist so die Zielvorstellung.

OBM: Das Besondere an "Das Ende einer Wahrheit" sind sicherlich auch die deutschen Texte, vor der sich ja die meisten deutschen Bands irgendwie scheuen und doch lieber zum englischen Text Gut greifen! Was war für euch der ausschlaggebende Grund, doch eher deutsche Texte zu schreiben?

Unser mittelmäßiges Englisch zum Beispiel. Das trifft ja schon auf viele deutsche Bands zu, ohne jemandem zu nahe treten zu wollen. Wir legen wert auf sehr gute Texte und das können wir im Deutschen besser. Ein Freund brachte uns vor Jahren drauf, es mit Deutsch zu versuchen und wir sind dabei geblieben. Es verändert auch die Musik und die - ich sag mal - Melodie der deutschen Sprache ist für eher mathematische Musik ja auch von Vorteil.

OBM: Eure Texte können sehr frei interpretiert werden und ihr überlasst dem Hörer, was er daraus letztendlich für sich zieht! Ist das euer Grundgedanke, den Leuten Platz zu eigenen Interpretationen zugeben?

Unbedingt. Wir wollen eigentlich gar nicht groß über Texte reden. Es ist doch für jeden von uns ein bewegendes Erlebnis beim Musik hören, wenn man den Eindruck hat, der Text ist gerade für mich in genau dieser Situation geschrieben worden. Das funktioniert nicht, wenn man als Band zu konkret erklärt worum es geht. Außerdem weiß man es ja selbst nicht immer so genau. Ohne Interpretationsspielraum ist das für den denkenden Hörer ja keine Herausforderung. Und wir wollen denkende Hörer.

OBM: Johann Wolfgang von Goethe sagte einst "Was nicht vorwärts gehen kann, schreitet zurück." wie schwer ist es sich als Band immer neu zu erfinden und dem eigenen Sound eine individuelle Note zugeben?

Da wir teilweise im Zentrum der Goethemanie leben, kennen wir natürlich alle seine Weisheiten. Wie schon gesagt ist es maßgeblich Rob, der sich vor jedem neuen Songwritingprozess bewusst Einflüsse aus komplett anderen Musikrichtungen holt. Und mit anders meine ich sehr anders. Erst lernen und persönlich musikalisch weiter entwickeln - dann schreiben. Das ist die Vorgabe. Dazu kommt Andi mit seinen eher unkonventionellen Harmonie- und Riffideen, die oft am Klavier entstehen. Der Einfluss der anderen, die nochmal komplett andere Musik hören, macht es dann noch ein wenig differenzierter. Individuell waren wir daher schon immer, das passiert ja eigentlich bei allen Bands, die sich nicht auf einen genauen Nenner einigen können. Es geht dann nur darum, ob die vorgelegte Idee allen in dem Kontext auch gefällt, ohne dass man vielleicht in der Art Musik zu Hause ist. 

OBM: Ihr habt sehr breit gefächerte Musikeinflüsse, ist es da nicht schwer diese alle unter einen Hut zu bekommen?

Solange man sein Ego nicht zu sehr in den Vordergrund stellt ist das eigentlich ein Vorteil. Und wir toben unsere anderen Einflüsse dann gegebenenfalls in anderen Projekten aus. Es geht ja nicht darum alle musikalischen Vorlieben aller Beteiligten einzubringen, sondern nur das, was auch ins Konzept passt. Daher sind unterschiedliche Hintergründe ein Vorteil und Kompromissfähigkeit nach endlosen Diskussionen war schon immer unsere Stärke.

OBM: Ihr werdet oft mit Callejon oder Narziss in einen Topf geschmissen, Kompliment oder doch eher auf dauer etwas nervig?

Naja so oft passiert das gar nicht. Und wenn, dann von mir aus gerne. Beide Bands finden wir gut und so viele mit deutschen Texten gibt es ja in der modernen harten Musik nicht. Von daher ist das ok. Also immer rein in den Topf.

OBM: Auf der Bühne sieht man euch eher selten, wie kommt's`, Qualität statt Quantität?

Wie ich schon sagte machen wir uns live ein wenig rar. Wir wollen halt nicht mehr jeden Jugendhausgig spielen wie wir das früher gemacht haben. Schon allein weil wir in ganz Deutschland verteilt wohnen und viel zu tun haben neben der Band. Wir setzen da also auf Qualität und arbeiten uns heran, auch wenn das nicht gerade der leichte Weg ist.

OBM: Schreibt ihr schon an neuen Songs und was kann man in Zukunft alles von euch erwarten?

Ja wir haben gerade wieder angefangen neue Sachen zu schreiben. 2012 soll da was erscheinen. Zudem wollen wir natürlich auch live da wieder was machen, paar Sachen sind schon gebucht und wir schauen uns gerade nach neuen Partnern um, die uns da weiterhelfen. Es wird also wie immer steil weiter gearbeitet.

OBM: Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit für unser Interview genommen habt, wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg! Die letzten Worte gebühren euch!

Vielen Dank an euch, es war uns eine Freude. Und da Ende 2012 die Welt untergeht solltet ihr euch ranhalten, saphena mal kennen zu lernen. Alles andere was ihr noch nicht kennt natürlich auch.

Saphena - Ich sehe mich

Discography

Saphena - Das Ende einer Wahrheit


Saphena - Das Leben wird zu Glas

Line Up:

Andreas Herrmann

Robert Kunz

Joki Schaller

Robert Helbig

Axel Kunz

Links

"Es geht bei „Das Ende einer Wahrheit“ darum, dass wir nicht mehr bereit sind Wahrheiten im Sinne von fertigen Baukästen an Werten und Antworten zu akzeptieren. Das war und ist unsere gemeinsame Stimmungs- und Gedankenlage. Andis Texte standen dabei am Anfang und ließen sich unter der Überschrift gut zusammenfassen. Zudem spiegelt es recht gut unser aller Gemütszustand wider."

Review zu Saphena - Das Ende einer Wahrheit

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