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OBM: Hallo zusammen, da wir zum ersten Mal das Vergnügen haben miteinander zu plaudern, stellt euch und eure Band doch kurz vor!
Sixxxten. Bremer/Hamburger Konstrukt. Baujahr 06/07. Im Sommer 2009 erstes Album namens „Jugend Violencia“ viel Hass, viel Liebe. Dazwischen jeden Acker beackert und neue Songs geschrieben, verworfen, Neues erfunden. Im Winter letzten Jahres dann unter Führung von Gregor Hennig in sein kleines Studio in Hamburg / Altona gegangen um „Automat Supèrieur“ live und analog einzukloppen. Gute Entscheidung. Hat etwa 1/20 der Zeit vom ersten Album beansprucht. Des Weiteren sind wir 4 Leute mit unterschiedlichen Namen.

OBM: Wieso ist euer neues Album genau am 11.11.11 erschienen, gibt es dafür einen besonderen Grund oder ist es nur reiner Zufall?

Reiner Zufall! Leider, ich wünschte es gäbe eine spannende Geschichte zum Datum zu erzählen. Leider eben aber Fehlanzeige. Jedoch bleibt es natürlich ein schönes Datum, an welches ich mich gern erinnern werde.

OBM: Automat Supérieur ist euer zweites Werk, was hat sich gegenüber eurem ersten Output geändert, eurer Facebook-Seite konnte ich nämlich entnehmen "nichts ist schlimmer als Stillstand"!

Die Herangehensweise war eben deutlich anderes. Die Songs für das erste Album waren Jahre alt, als wir sie aufgenommen haben. Beim neuen Album waren die Songs eigentlich erst in dem Moment „fertig“ als wir im Studio bei der Bandmaschine auf STOP gedrückt haben.

OBM: Euer erstes Album "Jugend Violencia" habt ihr live und analog aufgenommen, um eine Überproduktion zu vermeiden, habt ihr das bei "Automat Supérieur" beibehalten?
Um Missverständnisse zu vermeiden: Es ist genau andersherum. Jugend Violencia war sehr fett produziert. Bewusst überladen und eigentlich immer „an“ und laut. Viel soundspielerein und Selbstverliebtheit. Ich mochte und mag das, jedoch ist das neue Album wesentlich gewagter. Bei Automat Supèrieur gibt es kein Netz und doppelten Boden. Im wahrsten Sinne des Wortes. Alles, was du hörst, kommt so von der Band, es gibt keine gedoppelten Gitarren und 100 Vocal Spuren und übertrieben gecuttete Takes. Alles ist sehr rustikal und „live“. Das steht den Songs sehr gut. Schon der Prozess sie zu schreiben war komplett anderes als beim ersten Album. Sie waren etwa 24 Stunden vor Studio-Antritt „einigermaßen“ fertig. Ich mag den spontanen Charakter von AUTOMAT SUPÈRIEUR.

OBM: Habt ihr diesmal wieder mit Marc Schettler zusammengearbeitet?
Nein, diese Platte hat Gregor Hennig produziert. Seines Zeichens Schlagzeuger und
Knöpfchendreher der legendären Bremer HipHop/Core Band Saprize und Haus und Hof Produzent vom dahingeschiedenen Hamburger Label L’age-d’or (Lado) sowie diversen Platten von den Sternen, Bernd Begemann, Superpunk, The Robocop Kraus und zahllosen skurrilen Undergroundperlen der goldenen 90er und der Neuzeit. Eine gute Wahl. Er ist ein Typ, der nur mit Bands arbeitet, die er gut findet. Das ist eine sehr gesunde Einstellung, obgleich man so für immer arm bleibt. Aber seine Liebe zum Detail macht die Platte wunderschön.

OBM: Wo wurden die Songs aufgenommen und wie viel Zeit habt ihr im Studio verbracht?
In Hamburg Altona. Sehr rustikal. Zwischen Sofas und Küche. Ein perfektes Ambiente. Zumindest für mich. Ich brauche die Unordnung. Ich kann in einem sterilen Ambiente nicht arbeiten. Das Ganze hat 2 Wochen gedauert. Ordnung überfordert mich leicht.

OBM: Welche Themen behandelt ihr in euren neuen Songs und was möchtet ihr euren Zuhörern damit vermitteln?

Puhhh. Also das wüsste ich ehrlich gesagt auch gern. Insgesamt geht es glaube ich vor allem um das Gefühl von „Aussteigen“. Von Beobachten und der Wahrnehmung von sich selbst in seiner Umwelt. In den kleinen wie großen Momenten des Lebens. Es geht eben darum ein Grundgefühl zu vermitteln. Ich bin überfragt, ob es bei dem Album eine konkrete „Message“ gibt in Form von Agitation oder so. Ich denke fast nicht. Ich bin Musiker und kein Lehrer.

OBM: Jugend Violencia und Automat Supérieur sind recht außergewöhnliche Titel, was haben sie für eine Bedeutung und inwiefern spiegeln sie den Inhalt eurer Alben wieder?

 Jugend Violencia beschäftigte sich sehr viel mit dem Gefühl der Jugendlichkeit. Der Kraft, die dieser Zeit entwächst. Unbändige Energie, wahnsinnige Dramen und viel zu süße Früchte von viel zu hohen Bäumen. Außerdem war es ein sehr aggressives Album. Auch textlich gesehen. Aber auch das gehört eben zur „Jugend Violencia“. Automat Supérieur zu erklären ist sehr schwer. Der automat superieur ist sowas wie die Maschine Gottes. Ein Produkt des Zufalls. Sehr gefährlich, da ihm alles egal ist. Eben weil er IST und nicht SEIN WILL. Genau das Gegenteil von mir und dem Durchschnittsmenschen. Wir kümmern uns immer um alles und alles ist uns wichtig. Alles muss stimmen, passieren, funktionieren. Der Automat s. ist ein Geisteszustand, auf den ich sehr neidisch bin. Ich bin zu kopflastig. Der Automat ist einfach gar nichts. Er interessiert sich für nichts. Das macht ihn unzerstörbar und unabhängig. Wir normalen (?) Leute streben tagtäglich nach Funktion. Das macht uns leicht verwundbar. Wir werden ständig enttäuscht. Alles ist immer irgendwie tragisch. Sieh dir das Artwork an. Ein Pferd mit Flügeln. Was bitte ist denn das für´n Quatsch?? Aber es funktioniert. Seit unfassbar langer zeit gilt der Pegasus als der allem überlegene "ist"-Zustand (wie nahezu jeder Gott), der Mensch möchte ihm gleichkommen und verreckt elendig auf seiner Reise in den Himmel mit seinen primitiven Methoden (siehe die toten Bänker erhängt an den Luftballons fliegend am Horizont). Der Mensch ist das Gegenteil vom automat supèrieur. Er ist eben ein Mensch. Nicht weniger, aber eben keinesfalls mehr. Jetzt alles klar? haha.

OBM: Irgendwie erinnert mich das Artwork zu Automat Supérieur ein bisschen an 80iger Jahre Metal! Was für eine Idee steckt hinter eurem Cover und wer hat es gestaltet?

Ich glaube das habe ich bereits mit der Frage zuvor beantwortet. Das Artwork hat auch bei diesem Album wieder einer meiner besten Freund gemacht. Ich bin mit ihm aufgewachsen und er lebt mittlerweile seit 10 Jahren in Amsterdam. Er heißt WAYNE HORSE und ist nicht weniger als ein fantastischer Künstler. Checkt: www.waynehorse.com ob das Artwork metallastig ist wage ich jedoch zu bezweifeln.

OBM: Was würdet ihr sagen, macht euren Sound so unverwechselbar?
Mhhh. Sehr schwer zu sagen! Es gibt da 2 Ansätze! Erst einmal machen wir genau die Musik, die wir auch machen wollen. Es gibt keine kommerziellen Anforderungen von außen oder gar „Fan-Ansprüche“ zu erfüllen. Wir machen genau die Musik, die es so in der Form meiner Meinung nach nicht gibt. Wir machen eben die Musik, die wir selber gerne hören wollen und von anderen nicht bekommen. Ich denke das macht am meisten Sinn… Außerdem haben wir einen wirklich sehr sehr breit gefächerten Musikgeschmack und kommen alle 4 aus komplett unterschiedlichen Ecken. Alles ist sehr UN-homogen. Das tut der Musik, so glaube ich, sehr gut. Es gibt keinen Grund unseren Sound aufgrund einer eitlen „Szenezugehörigkeit“ oder ähnlichem Quatsch zu limitieren.

OBM: Welche musikalischen Einflüsse habt ihr und wie sehr beeinflussen sie euren Sound?

Wie gesagt. Ich mag Musik als Ganzes. Ich finde nahezu an jeder Musik etwas, dass mir gefällt. Und sei es nur der Sound einer Snaredrum oder sowas. Wie oben erwähnt kommen wir aus sehr unterschiedlichen Ecken. Timo der Drummer ist schwer auf Metal unterwegs. War eigentlich schon immer so. Stefan hört nahezu alles und Nils ist sehr elektroaffin und produziert auch selber viel elektronisches Zeug. Ich habe einen ziemlich klaren Punk-Background und vielleicht von Ansatz auch sowas wie eine Gegenwart.

OBM: Was steht dieses Jahr noch alles bei Sixxxten an?

Record Release Party in Hamburg. Des Weiteren uns über das fantastische Feedback zur neuen Platte freuen. Es scheint so, als hätten wir vieles richtig gemacht!

OBM: Was war die letzte CD/Vinyl die ihr euch gekauft habt?

Kein Ahnung was die anderen gekauft haben. Bei mir war es die Knochenfabrik EP, die sie momentan auf Tour mit dabei haben.

OBM: Die letzten Worte gebühren euch!

Liebe Leute. Sagt uns gern Bescheid, wenn ihr wollt, dass wir bei euch Musik machen. Benzinkohle und Pennplatz und dann kommen wir gern. Kauft oder klaut unser neues Album „AUTOMAT SUPÈRIEUR“ und findet es geil.

Dank für deine Fragen.

SIXXXTEN - Grab im Wald

Discography

Sixxxten - Automat Supérieur
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Sixxxten - Jugend Violencia

Links

Review zu Sixxxten - Automat Supérieur

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