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OBM: Fangen wir einfach mal an, es wäre schön wenn ihr euch einmal vorstellen könntet, wer ihr seid und welche Aufgabe habt ihr in der Band ,außerdem wäre es ganz interessant zu wissen was ihr denn beruflich macht.
Ja, hallo erstmal. Wir sind MYRA aus dem beschaulichen Leipzig. 5 Typen die mit ganzem Herzen an der Musik hängen. Der Sebastian am Mikro studiert noch Sport und Philosophie, der Ron an der Gitarre ist gerade mit seiner Uni fertig und wird demnächst irgendwo als Sozialarbeiter anfangen. Der Heavy spielt die andere Gitarre und arbeitet als Elektroingenieur. Felix spielt Bass und ist auch noch an der Uni dabei American Studies zu studieren. Und ich kümmer mich um das Schlagzeug. Bin auch gerade noch an der Uni mit Philosophie und Geschichte dabei.

OBM: Warum der Name "MYRA", wie kam dieser Bandname zustande und was für eine Bedeutung hat er für euch?
Namensfindung ist immer so eine Sache. Man will schon was originelles aber nicht die zehnte Band mit einem Namen wie From The Black Burning Sky wenn du verstehst was ich meine. Naja, MYRA ist ja eigentlich ein Mädchenname was meiner Meinung nach ganz gut für eine Band passt. Und wie wir festgestellt haben hat der Name wirklich viele Bedeutungen. Irgendwer hat mir erzählt, dass Myra im Schwedischen Ameise heisst. Keine Ahnung ob das stimmt, klingt aber plausibel, haha. Insofern ist das halt ein Name, ohne dass damit schon eine Message rübergebracht werden soll, wie das vielleicht bei anderen Bands der Fall ist. MYRA ist MYRA ist MYRA.

OBM: "The Venom It Drips" ist jetzt seit einigen Monaten auf dem Markt: wie waren die Reaktion seitens der Presse / Fans bis jetzt?
Wir haben viele gute und sehr gute Reaktionen bekommen. Gerade von Fans und weiten Teiler der Presse. Der ein oder andere Verriss war auch dabei, aber damit muss man klarkommen. Eine Review repräsentiert ja auch immer die persönliche Meinung des Schreibers. Und man kann es niemals allen recht machen. Aber das wollen wir auch nicht. Im Großen und Ganzen sind wir aber schon sehr zufrieden mit den Reaktionen.

OBM: Erzähl uns doch etwas aus den Anfangstagen – den Start der Band, das erste LineUp, die ersten Songs, die Einflüsse!
MYRA haben wir damals ins Leben gerufen weil wir eine neue musikalische Herausforderung gesucht haben. Wir haben ja alle schon in diversen größeren und kleineren Bands gespielt und wollten mal was Neues starten, uns einfach weiterentwickeln. So sind wir zusammengekommen. Ich war mit Robert, unserem damaligen Basser, unterwegs, der den Heavy angeschleppt hat und so haben wir zu dritt – Gitarre, Bass, Drums angefangen Songs zu machen und uns nach passenden Mitstreitern umzuschauen. Ich erinnere mich sogar noch recht gut an die erste Probe. Wir kannten uns ja noch nicht richtig. Aber anstatt erstmal die große Gequatscherunde zu machen kam Heavy in den Proberaum, packte seine Gitarre aus und los gings. Ohne großes drumrumreden, haha. Bis wir die richtigen Leute gefunden hatten hat es dann noch etwas gedauert. Wie ich finde hat sich die lange Suche aber gelohnt und das Ergebnis könnt ihr heute, abgesehen von zwei Besetzungswechseln sehen und hören.

OBM: Wie würdet ihr den Sound und die Intention von "Myra" jemandem beschreiben der euch bis dato noch nicht wahrgenommen hat?
Im Grunde sind wir einfach fünf Typen die absolut geil drauf sind Musik zu machen und Shows zu spielen und den ganzen Kram. Unsere Intention ist nicht irgendwelche Geschwindigkeitsrekorde zu brechen oder sonst wie krass zu klingen, wie dass gerade Trend zu sein scheint. Wir wollen und machen Metal im weitesten Sinn. Der Fokus liegt dabei zwar auf auch auf Sportlichkeit und Groove aber wir machen nicht in jedem Song 36 Breakdowns oder wirkönnensauchnochlangsamer-Parts. Wir legen viel Wert auf große Melodien und Wiedererkennungswert der Songs. Wir wollen nicht nur Parts die irgendwie zusammenpassen aneinanderspielen, sondern richtige Songs machen von denen im besten Fall auch was hängen bleibt.

OBM: EUROPEAN LABEL GROUP der perfekte Partner für euch bzw. euren Sound ? Wie kam es damals eigentlich zur der Zusammenarbeit?
Wir hatte wie das wahrscheinlich jede Band macht Promos rumgeschickt und geschaut wer Interesse hat mit uns zusammenzuarbeiten. Mit ELG haben wir einen sehr guten Partner gefunden. Die tun wirklich alles was in ihrer Macht steht und stehen sehr gut hinter uns. Ich denke dass es nicht immer das Beste ist gleich auf ein riesiges Label zu kommen. Als kleine Band wird man dort unter Umständen hinten angestellt und ist eine Band unter vielen. Ganz abgesehen davon dass man einiges an Rechten abtreten muss. Für uns ist ELG im diesem Sinne ein idealer Partner.

OBM: Welcher Song auf "The Venom It Drips" ist Euch besonders wichtig?
Hm. Da müsstest du wahrscheinlich jeden einzeln fragen. Jeder hat da seine persönlichen Faves. Für mich stehen definitiv Third Rate Violaten und New Blood Will Run ganz oben bei den Favoriten.

OBM: Seid ihr zufrieden mit eurem Debüt oder würdet ihr im nachhinein noch etwas ändern?

Im Großen und Ganzen sind wir schon sehr zufrieden. Kleinigkeiten gibt es immer die wir vielleicht noch anders gemacht hätten, aber das ist normal. Wir haben gerade auch finanziell alle Grenzen ausgereizt und dafür ist es wirklich gut geworden. Wir haben natürlich auch aus dem ganzen Prozess gelernt, Neues entdeckt und Altes verworfen. In diesem Sinne ist diese Platte sicher nicht das Ende der Fahnenstange. Aber so muss es sein. Alles fließt, alles entwickelt sich. Wir werden versuchen mit der nächsten Platte überall eine Schippe aufzulegen. Also Sound, Hittigkeit, Songwriting, …

OBM: Wie entstehen Eure Texte, wie wichtig ist Euch eine klare Aussage in den Texten?
Texte sind wichtig. Zum einen kommen wir aus einem politisch sehr aktiven und kritischen Umfeld. Insofern haben wir auch einen gewissen Anspruch an die Texte. Außerdem geht es aber auch darum nicht nur Gesang zu machen um Gesang auf den Songs zu haben. Im besten Fall ergänzen sich Musik und Text zu einer Einheit von der irgendwas beim Hörer ankommt. In diesem Sinne findet man bei uns auch Songs und Texte zu persönlicheren Themen. Was bei uns aber nicht in Frage kommt ist dieser Gore Quatsch wie er auch gerade sehr angesagt zu sein scheint.

OBM: MySpace ist und bleibt beliebt und nicht selten werden sehr junge, kleine Bands über "MySpace" gesigned. Wie seht ihr das, haben diese Bands langfristig eine Chance?
Myspace ist ein Segen und ein Fluch zugleich. Zum einen hat jede Band eine Chance sich zu präsentieren und sich eine breite Zuhörerschaft zu erschließen. Auf der anderen Seite muss man teilweise schon sehr wühlen um wirklich gute neue und innovative Sachen zu finden. Und es wird natürlich schwerer für alle. Als ich angefangen habe diese Musik zu hören gab es bei weitem noch nicht die Möglichkeiten die man mit dem Netz jetzt hat. Wir sind damals zu Shows gegangen, wo wir keine Band kannten. Einfach nur weil irgendwo Hardcore oder Metal draufstand. Wir haben Platten bestellt ohne die Bands zu kennen oder Fanzines mehrmals durchgelesen weil es einfach das einzige war wo man rankam. Entsprechend hat man sich mit den Sachen einfach intensiver auseinandergesetzt. Gerade auch was Texte oder Einstellungen zu gewissen Dingen angeht. Heute scheint viel einfach über die Optik zu laufen- welches Shirt, welche Frisur. Das macht es auch alles sehr viel schnelllebiger. Trends kommen und gehen. 
Ich will die Entwicklung hier nicht verteufeln oder sagen dass früher alles besser war. Es war einfach anders. Aber um auf deine Frage zurück zu kommen: die Bands heute haben es wahrscheinlich sehr viel schwerer. Um mithalten zu können muss man ständig Platten rausbringen und sozusagen ununterbrochen auf Tour sein. Und wenn dann der nächste Trend kommt ist trotzdem alles vorbei. Ich denke für viele, gerade auch kleinere Bands bedeutet das, dass es langfristig sehr schwer werden wird. Auch wenn es gerade ziemlich gut läuft.

OBM: Ihr spielt ja viele Shows, gab es da ein besonderes Highlight oder eine besonders schlechte Erfahrung?
Wir lieben es Shows zu spielen, insofern gibt es wenig schlechte Erfahrungen – umso mehr gute. Also ab und zu gibt es da mal so Komplettausfälle was die Übernachtungen oder die Verpflegung angeht aber viele Veranstalter geben sich schon wirklich viel Mühe. Wir freuen uns natürlich sehr über ein paar größere Sachen die wir spielen können. Dieses Jahr steht das With Full Force an. Das ist schon ein kleiner Traum der da in Erfüllung geht. Im Grunde ist fast jede Show ein Highlight. 

OBM: Was bedeutet für Euch Hardcore/Metal? Was heißt für Euch Hardcore/Metal?
Hardcore/Metal oder Metalcore wie ich es hier mal übersetze ist vor allem ein Mix aus zwei Musikrichtungen bei dem meiner Meinung nach in den meisten Fällen was sehr Gutes bei rauskommt. Man sollte sich keine Scheuklappen anlegen was die musikalische Ausrichtung angeht. So gehen wir da ran. Auch wenn alle Welt gerade der Meinung ist, dass Metalcore tot ist. Wenn damit dieses Slayerriffing gemixt mit cleanem Gesang gemeint ist kann ich dem sogar zustimmen. Man muss aber auch nicht genau das machen wenn man Hardcore und Metal mixen will. Die Aggression, den technischen Anspruch und die Hittigkeit vom Metal plus die Sportlichkeit und den sozialkritischen Anspruch vom Hardcore gibt eine geile Mischung und muss nicht immer nach schon tausend mal gehört klingen.

OBM: Was habt Ihr denn als Band noch für Ziele?
Wir wollen einfach weiter zusammen Musik machen und mit und an der Band wachsen. Musikalische Weiterentwicklung, mehr Shows, vielleicht mal die ein oder andere Tour. Je nachdem was sich so bietet. Der Weg ist das Ziel. Generell sollte man heute wahrscheinlich sehr vorsichtig sein was Ziele angeht. So oder so ist es sehr schwer wirklich was zu reißen.

OBM: Vielen dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt und jetzt habt ihr noch die Chance ein paar Sätze los zu werden wenn ihr möchtet
Ja, vielen Dank fürs Interview natürlich! Wir freuen uns immer über Response jeglicher Art und würden uns natürlich auch freuen euch auf unseren Shows zu sehen. Haltet die Augen offen, vielleicht stampfen wir schon demnächst eure Stadt in den Boden, haha. Und eine Sache noch die in letzter Zeit leider wieder ein Thema ist: Faschos auf Konzerten, es geht nicht an, dass jemand mit Faschoshirts auf ein Hardcore, Metal, Metalcore, oder wasauchimmer-Konzert kommt und keiner macht was. Wir erleben sowas erschreckend oft und bekommen dass auch von vielen anderen Bands mit. So schlimm das ist, dass hier sagen zu müssen: Wenn Personen die sich als Faschos zu erkennen geben auf Shows gesehen werden sind wir alle in der Pflicht. Bands, Veranstalter und selbstverständlich auch das Publikum. Es muss nicht immer gewalttätig sein, aber irgendwas muss passieren. Haltet die Augen offen.

Link -  www.myspace.com/myrametal

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