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OBM: "Black rock" ist jetzt Euer drittes Album, und wie immer habt ihr beim
Songwriting wie auch bei der Produktion auf viel Abwechslung gesetzt? Wie wichtig ist es euch, immer wieder an neuen Sound Ideen zuarbeiten und jedes eurer Alben so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten?
Also ein guter Song ist das ist das A und O für uns. Der steht einfach im Mittelpunkt der ganzen Geschichte. Ein richtig gutes Lied kann die Welt verändern, da ist es eigentlich egal, wie beschissen es gespielt oder aufgenommen ist. Mit Black Rock wollten wir eine Platte schreiben, bei der jedes Lied ein Hit ist. Wenn einem Riff oder einer Songidee das gewisse Etwas fehlt, schmeißen wir es sofort weg. Natürlich achten wir auch darauf, dass die Lieder abwechslungsreich sind, aber eigentlich kommt die Abwechslung von alleine, weil wir einfach Mucke machen, die wir selbst gerne hören würden - und da jeder von uns ganz unterschiedliche Musik hört, ergibt sich automatisch ein schönes musikalisches Potpourri. Um die Sounds kümmern wir uns dann erst kurz vor oder im Studio. Mit Jacob haben wir zum Glück einen Produzenten an der Seite der genau weiß, was wir wollen und das auch umsetzen kann. Denn auch wenn die Stücke im Mittelpunkt stehen, schadet es natürlich nicht, wenn sie im Studio ins rechte Licht gerückt werden. Diesmal
haben wir bei ein paar Stellen mit Klavier, Orgel und Samples gearbeitet. Allerdings haben wir diese zusätzlichen Sounds dezent und nur an den Stellen eingesetzt an denen die Lieder darum gebettelt haben.
OBM: Wie kammt ihr auf den Namen "Black rock", was steckt dahinter?
Black Rock ist das Schiff von LOST und die gesamte Scheibe ist ein LOST Konzeptalbum. Das stimmt zwar nicht, aber Konzeptalben sind ja wieder voll im Trend. Auch in der Metalszene, und an die wollen wir uns ja schließlich anbiedern.
OBM: Produziert hat kein geringerer als Jacob Bredahl (exHatesphere) wie war die
Zusammenarbeit mit ihm, hat er euch bei eurem Sound vielleicht sogar etwas beeinflusst?
Wie grad schon gesagt, funktioniert die Arbeit mit Jacob sehr gut. Wir sind ein eingespieltes Team und verstehen uns trotz seiner komischen Sprache blind. Wir haben auch mittlerweile ein gutes Vertrauensverhältnis, so dass wir, wenn er nach 10 Stunden aufnehmen nix mehr hören kann, beispielsweise noch die ganze Nacht lang ohne ihn Gesang aufnehmen können. Von Vorteil ist
natürlich, dass Jacob nicht nur einfach der Ex-Sänger von Hatesphere ist, sondern auch ein Gitarrist der seinen Scheiß gut drauf hat und darüber hinaus das Aufnehmen, Mixen und Mastern bei Tue Madsen von den Antfarm Studios lernte, einem der bekanntesten europäischen Produzenten für harte Musik. Was das konkrete Arbeiten an den Songs angeht, lässt Jacob natürlich auch immer wieder eigene Ideen mit einfließen, meistens finden wir aber unsere eigenen besser.
OBM: Seid ihr immer alle zur gleichen Zeit im Studio oder wie kann man sich das bei euch vorstellen?
Wir fahren immer als komplette Band ins Studio, alles andere ist mir irgendwie unangenehm. Ich weiß, dass viele Bands separat arbeiten, ihren Kram teilweise parallel in unterschiedlichen Studios aufnehmen und sich erst wieder treffen, wenn die Aufnahmen beendet sind. Und das ist auch voll ok und bestimmt total entspannt, aber ich persönlich brauch auch im Studio das Bandfeeling. Fünf Leute bilden eine Einheit und erschaffen gemeinsam ihr Album, das ist uns allen sehr wichtig. Natürlich braucht man aber auch im Studio ab und zu Ruhe und Freiräume. Wenn es an die Aufnahme der Soli geht, lassen wir Thorsten meistens alleine im Studio und gehen in Aarhus City
einen Kaffee trinken. Das ist sicherer, da es sonst passieren kann, dass er uns nach einem seiner Wutanfälle die Gitarre an den Schädel hämmert. Im großen und ganzen verbringen wir im Studio aber die meiste Zeit zusammen. Wir schlafen sogar alle im gleichen Bett und trinken aus der selben
Toilette.
OBM: Erzählt uns doch bitte ein wenig über den Recordingprocess, wie viel Zeit habt ihr insgesamt im Studio verbracht, gibt es irgendwelche witzigen Studiogeschichten?
Wir haben insgesamt 10 Tage aufgenommen, 100 Tage gemixt, 1 Tag lang Fotos gemacht, 11 Stunden am Layout gearbeitet, und 11 Minuten lang abgespritzt als alles fertig war. Ansonsten gibt es keine lustigen Geschichten.
OBM: Wie habt ihr euch auf die Aufnahmen im Studio vorbereitet oder ist das schon alles Rutine für euch?
Wir haben in den letzten Wochen vorm Studio jeden Tag Acht Stunden lang geprobt und alle Songs in einem kleinen Studio, dass wir uns im Proberaum eingerichtet haben vorproduziert. Diese Aufnahmen haben wir extra für die "Naja-das-Demo-war-ja-noch-cool-Fraktion" als Bonus auf die C-Seite der 12 Vinylversion gesetzt. Schlagt zu, dass ist der wirklich heiße Underground
Shit! Ansonsten haben wir uns natürlich so wie immer täglich mit Thai-Öl eingerieben, um die Muskelfasern derartig locker zu machen, dass man beim Kacken weder drücken noch abwischen muss...einfach der Perfekte Schiss!
OBM: Wie entscheidet ihr ob ein Song letztendlich auf's Album kommt?
Wie schon gesagt, er muss das gewisse etwas haben. Und es muss ein ZM Song sein, dass kann man irgendwie schlecht beschreiben, aber beim Proben merken wir alle immer sehr schnell ob ein Lied diese besondere Qualität hat oder nicht. Ungefähr einmal im Monat gelingt es uns so ein Stück zu komponieren, dass ist immer ein sehr erhabenes Gefühl. Das hat schon etwas gottgleiches. Naja, leider glaube ich nicht an Gott, sonst könnten wir eventuell versuchen bei ihm ein Praktikum zu machen. Vielleicht kämen wir mit seinen Skills dann auf zwei Hits pro Monat. Naja, für Rock und Metal ist aber glaube ich sowieso der Kollege mit den Hörnern der richtige Ansprechpartner.
OBM: Textlich handeln eure Songs diesmal viel von Liebe,Tod und Freundschaft, wie
wichtig ist es euch, dass eure Songs die Leute auch zum nachdenken anregen?
Mir persönlich sind Texte mega wichtig, den meisten Leuten gehen sie aber am Arsch vorbei. Schade ist das natürlich schon irgendwie, da es ja doch ein paar Bands mit sehr guten Texten gibt, wo es sich für den Konsumenten durchaus lohnenswert wäre einen Blick ins Booklet zu werfen. Ungleich häufiger muss man bei diesem Blick allerdings vor Entsetzen über Einfallslosigkeit und unerträglich grauenhafte Lyrik aufpassen, dass man nicht das kalte Kotzen bekommt. In solchen Momenten vergeht mir manchmal Stundenlang die Lust auf Musik, dann muss ich schnell ne Lindenberg oder Falco CD einschmeißen um zu regenerieren. Texte müssen aber nicht besonders
bedeutungsschwanger sein, um mir zu gefallen. Es gibt durchaus ansprechende sinnlose Texte. Wichtig ist, dass sie gut geschrieben sind und die Stimmung und den Sound des Liedes aufnehmen und unterstützen. Mit meinen eigenen Texten versuche ich beides zu bedienen. Zum Teil steht der Spassfaktor und die Musik im Vordergrund, an anderer Stelle die Botschaft, in jedem Fall sollen die Texte aber unterhaltsam sein - genau wie der Rest der Musik.
OBM: Wenn ihr "Invite your soul" und "Black rock" vergleicht, was würdet ihr sagen sind die größten Veränderungen zu eurem neuen Werk?
Musik, Sound, Texte, Layout, Label, alles anders, alles besser. Wobei ich den alten Kram nicht schlecht machen möchte, gefällt mir immer noch gut. Aber als Mensch in einer Band sollte es ja normal sein, dass man sein aktuelles Werk am besten findet. Sonst brauch man ja keine neue Musik mehr zu produzieren.
OBM: Veröffentlicht wurde "Black rock" via "Let It Burn" wie kam es zur Zusammenarbeit?
Chris von Let It Burn hat schon ziemlich früh signalisiert, dass er Bock auf uns hat. Er wollte die Platte schon rausbringen, bevor er auch nur einen Song gehört hatte. Das fanden wir gleichermaßen dumm wie schlau. Deshalb hat er den Zuschlag bekommen. Es gab noch ein paar andere Interessenten, z.B. Ariola und Alveran...wir hatten aber keine Lust auf zu viel Pressure. Bei
unserem alten Label GSR haben wir uns eigentlich immer sehr heimisch gefühlt, aber irgendwie war es Zeit für einen Tapetenwechsel.
OBM: Was würdet ihr sagen lernt man nur im Proberaum?
Fürze anzünden
OBM: Wie steht ihr in der Konsequenz dazu, wenn eure eigene Musik, illegal zum
Download angeboten wird?
Downloads sind ein zweischneidiges Schwert. Vor allem für den Underground haben illegale Downloads in meinen Augen aber mehr negative als positive Folgen. Ich persönlich habe noch nie Musik aus dem Netz runtergeladen. Ich kaufe mir lieber Platten oder CD's. Ich finde es gibt nichts schöneres als ein gut gefülltes CD-Regal.
OBM: Was habt ihr noch für dieses Jahr alles geplant?
Proben, Touren, Rocken! Und zwischendurch ein neues Album schreiben.
OBM: Vielen dank, dass du dir die Zeit für dieses Interview genommen hast und viel Glück mit euren neuen Album! Irgendwelche letzten Worte für eure Fans und unsere Leser?
Ich danke dir für das Interview. High Fans, Glück Auf! |