Stand Fast
OBM: Für die jenigen die noch nicht das Vergnügen hatten "Stand Fast" kennen
zu lernen, stellt euch doch einmal kurz vor!
Bon jour, wir sind eine fünfköpfige Band aus Münster und Dülmen. Wir spielen seit Bandgründung 2007 in folgender Besetzung:
Stefan - Drums
Dennis - Bass / Backing vocals
Kai - Guitar / Backing vocals
Timo - Guitar / Vocals
Tobi - Vocals
OBM: Ihr habt ja erst kürzlich euer Debut Album "know yourself in things you hate"veröffentlicht.Wie viel Zeit habt ihr im Studio verbracht und wie sind die Aufnahmen gelaufen?
Timo: Wir haben insgesamt 22 Tage im Studio verbracht. Leider konnten wir nicht die ganze Zeit alle da sein, wegen Arbeiten und Studium. Insgesamt ist aber alles so gelaufen, wie wir es uns vorgestellt haben: wir haben nacheinander in der vorgesehenen Zeit unsere Instrumente und Vocals eingespielt und konnten in entspannter Atmosphäre Arbeiten.
OBM: Gibt es irgendetwas, dass ihr im Nachhinein hättet anders machen wollen?
Timo: Hhm.. eigentlich nicht. Eigentlich hatten wir z.B. mehr Leute für die Crew-Vocals eingeplant, was aus "logistischen Gründen" nicht ganz funktioniert hat. Ansonsten würden wir jetzt wahrscheinlich noch mehr darauf achten, dass der Sound der einzelnen Instrumente genau unseren Vorstellungen entspricht.
OBM: Was hat euch besonders an der Arbeit im Studio gefallen und was war
besonders anstrengend?
Timo: Was für uns die Aufnahmen auf jeden Fall angenehm gemacht hat war, dass wir mit Martin Buchwalter einen Produzenten hatten der uns durch seine ruhige, erfahrene aber zielstrebige Haltung Sicherheit gegeben hat. Bei der ersten Albumproduktion einer Band ist sowas sicherlich von Vorteil. Abgesehen davon hatten wir eine schöne Zeit, die weniger anstrengend war,
als fast schon erholend, weil wir viel Zeit mit Filmen und zocken oder im Hallenbad bei Wettrutschen verbringen konnten.
OBM: Wenn man euer Album zum erstenmal hört, kann man erstmal überhaupt nicht
sagen, was da alles ist: Punk, Rock, Hardcore, Screamo... wie würdet ihr jemandem euren Sound beschreiben, der euch noch nie gehört hat und was würdet ihr sagen macht ihn so besonders?
Timo: Wir haben uns irgendwie mit dem Begriff Post-Hardcore angefreundet. Nur hier gibt es wieder viele unterschiedliche Bands, die eine solche "Soundschublade" bedienen könnten, dabei aber ziemlich unterschiedlich klingen. Jemand, der sich im Punk/HC bereich etwas auskennt sagen wir dann meistens: sowas zwischen Thrice, Alexisonfire und Strike Anywhere. Bei Szenefremden: Rock. Besonders abheben von anderen Bands können wir uns denke ich nicht. Wir versuchen, wie viele andere Bands auch, Energie mit unserer Einstellung zu verbinden. Das musikalische Kleid ist ja eh nur geklaut ;)
OBM: Wie wichtig ist es euch, verschiedene Facetten im musikalischen Spektrum zu
zeigen?
Timo: Sobald unsere Stimmung oder ein Text eine neue Facette erfordert, wird diese Facette oder Spielweise natürlich sehr wichtig. Sie ist für uns in diesem Moment die einzige Mögliche um etwas Bestimmtes auszudrücken. Das macht es uns auch generell schwer uns auf ein bestimmtes musikalisches Subgenre festzulegen, bezogen auf die letzte Frage. Die Facetten unserer Musik entstehen allerdings nur aus der Notwendigkeit heraus diese einzubeziehen und nicht aus dem Wunsch möglichst in keine Schublade zu passen.
OBM: Kommen wir doch auf den Titel eures Albums zu sprechen,"know yourself in things you hate" heißt das gute Stück, wieso habt ihr diesen Titel gewählt und was steckt genau dahinter?
Timo: Der Titel ist quasi die Quintessenz der Geschichte des Albums. Er ist aus einer Textstelle entnommen, die mit "...learn to love them, so you´ll be free." endet. Damit wollte ich den Gedanken, dass alles was wir in der Welt meinen bekämfen zu müssen, weil wir es als "falsch", "böse" oder sonst was ansehen, eigentlich in uns selbst liegt, aufgreifen. Im Grunde ist es ein
Apell, für alles was uns im Leben begegnet, selber die Verantwortung zu übernehmen und die "alle anderen sind schuld, dass es mir so schlecht geht" Haltung aufzugeben. Der Gedanke wird aber in verschiedenen philosophischen Systemen ausführlich behandelt.
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OBM: Besonders das Cover des Albums hat es mir angetan, wer hatte die Idee dafür und inwiefern steht es im Zusammenhang zu euren Songs?
Timo: Die Idee zu dem Cover ist eigentlich fast so alt wie die Band selbst. In dem zweiten Song, den wir geschrieben haben, "Gutless Crow", geht es um die Flucht in
Selbstzweifel, um dieses Gefühl in ein schwarzes Loch zu fallen, bevor man sich sein Leben nochmal vor dem inneren Auge ansieht. Das kennt man ja teilweise von Leuten |
, die sagen, sie haben ihr Leben wie ein Film kurz vorm Tod gesehen. Darauf bezieht sich der Name Stand Fast auch teilweise, im Sinne von Durchhalten. Aus der Frage wie man das verbildlichen könnte ist die Idee zu dem Cover entstanden.
OBM: Welche Themen behandeln eure Texte, wie wichtig ist es euch, dass eure Texte eine wirkliche Aussage haben und den Hörer zum Nachdenken anregen?
Timo: Auf dem Album behandeln wir verschiedene Themen in eine Geschichte verpackt, die alle irgendwie etwas mit Loslösung, auf eigenen Beinen stehen und dem erwachsen Werden bzw. Sein zu tun haben. Also persönliche Themen durch Fiktion in sichere Distanz verlagert. Unsere neuen Songs sind textlich ohne direkten Zusammenhang, aber definitiv politischer, selbstkritischer und
mehr auf Gesellschaft bezogen. Wenn unsere Texte keine wirkliche Aussage hätten, hätten wir keine Lust sie zu singen. Aber die Intention jemanden zum Nachdenken anzuregen, habe ich persönlich schon vor vielen Jahren aufgegeben. Die Fülle an Bands und Aussagen ist einfach sehr groß. Wenn sich dennoch jemand damit auseinandersetzt ist das umso schöner.
OBM: Was war bisher die bemerkenswerteste Erfahrung, die ihr dank "Stand Fast" machen konntet?
Timo: Die bemerkenswerteste Erfahrung gibt es glaub ich nicht. Es setzt sich aus vielen kleinen Erfahrungen zusammen, die eine Kontinuität bilden und das macht es insgesamt zu einer bemerkenswerten Erfahrung für uns. Wir sehen viele Orte im In- und Ausland, treffen tolle Menschen, können Teil von Shows sein, die wir uns auch als Fans gerne angucken würden und machen freundschaftliche Erfahrungen die sehr wertvoll sind.
OBM: Welche Bedeutung hat die Musik allgemein für euch und wie wichtig ist es euch diese auch mit eurer Band ausüben zu können?
Stefan: Die Musik bedeutet mir persönlich sehr viel und ich kann sie definitiv zu einem der wichtigsten Dinge im Leben zählen. Es gibt nichts besseres als nach einem stressigen Arbeitstag zum Proberaum zu fahren und seiner Wut und Kreativität freien Lauf zu lassen. Dies zusammen mit 4 Freunden zu zelebrieren und zu merken, dass sie aus dem selben Grund in diesem Raum stehen ist schon ein schönes Gefühl. Ich denke da kann ich für alle Mitglieder sprechen.
OBM: Was dröhnt bei euch privat durch die Boxen, habt ihr momentan irgendwelche
lieblings Alben?
*Stefan: Generell muss ich schon sagen, dass hauptsächlich Punkrock, Hardcore, Screamo und Singer-Songwriter kram aus meinen Boxen schallt. Momentan habe ich 3 CD´s die es mir ziemlich angetan haben:
Defeater - Lost Grounds
Atlas Losing Grip - Watching the horizon
Polar Bear Club - Chasing Hamburg
Timo: Ansonsten läuft bei uns alles mögliche, auch aus anderen Musikgenres. Von den derbsten Deathcore Sachen bis zu Oldschoolrap alles dabei, was Herz und Seele hat.
OBM: Was macht ihr, wenn ihr nicht gerade mit eurer Band beschäftigt seid?
Stefan: Kai, Dennis und ich sind berufstätig. Timo und Tobi studieren noch fleißig.
OBM: Was sind eure Ziele für das neue Jahr?
Stefan: Ein großes Ziel ist es auf jeden Fall so viele Shows wie möglich zu spielen. Dieses Jahr lief es schon recht gut, dennoch soll es im nächsten Jahr um einiges mehr werden. Glücklicherweise stehen da schon einige nette Dinge an und wir freuen uns tierisch wieder oft auf den Brettern zu stehen. Ebenfalls haben wir mit dem Gedanken gespielt im nächsten Jahr erneut ins Studio zu gehen um den Nachfolger von "Know yourself in things you hate" aufzunehmen. Das wird sich aber erst alles im Laufe des nächsten Jahres entscheiden, da es noch von vielen Faktoren abhängt.
OBM: Das Schlusswort gehört euch!
Vielen Dank für das Interview! Bleibt euch Treu!!!
Link - www.myspace.com/standfast0815
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