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REDCRAVING

OBM: Stellt euch bitte zuerst einmal kurz vor!
Manuel: Hey, wir sind Redcraving aus Berlin, zurzeit noch zu Viert und auf der Suche nach einem neuen Bassisten. Max singt und haut in die Tasten, Can trommelt und Recep und ich spielen Gitarre.


OBM: Ihr seid eine noch ziemlich junge Band, wie ging es denn los mit "Redcraving"?

Manuel: Alles fing recht durchwachsen als Schülerband auf unserem Gymnasium vor mhhh.... lass mich überlegen...6 Jahren an. Damals hab ich mit 2 Kumpels die Band gegründet. Ich konnte quasi nicht Gitarre spielen, der Schlagzeuger Alex hatte noch nie Sticks in der Hand gehabt und der Sänger Marius hat halt mal versucht clean zu singen. Dann haben wir aus unserem Freundeskreis die fehlenden Mitglieder rekrutiert und waren am Ende eine 6-köpfige Emocore-Electroband. Max kam nach der 11ten Klasse aus Amerika und brachte ne Menge neue Bands und Einflüsse mit, von denen in Deutschland nur wenige Leute etwas kannten. So hatten wir schon recht früh etwas eigenes. Als kleinen Geheimtipp kannst du auf unserer Purevolumeseite noch einen alten Song von uns anhören. Mit der Zeit hat sich dann die Besetzung und Musik mehrfach gewandelt, sodass wir in unserer letzten Besetzung fast 2 Jahre verbracht haben.

OBM: Euer Label "Midsummer Records" ist eine echt gute Adresse. Wie kam der Deal zustande?
Manuel: Wir hatten mit Tim von Midsummer Records schon durch einen Auftritt 2008 bei ihm in Lüdenscheid kontakt und obendrein waren wir auch schonmal auf einem seiner echt zu empfehlenden Sampler bevor er uns dann gesigned hat. Dann haben wir auf unserer letzten Tour mit An Early Cascade im April wieder in Lüdenscheid gespielt und den Kontakt gefestigt.

OBM: Was unterscheidet euch denn von den anderen Bands aus eurem Genre?
Manuel: Das ist eine interessante Frage, weil ein Genre ja erst Bands verbindet. Ich denke, wir schauen nicht unbedingt auf andere Bands oder Trends, sondern machen einfach unser eigenes Ding.

Max: So richtig kann man eigentlich auch nicht darauf antworten, weil wir gar nicht wissen, welche Genre auf uns zutreffen. Jeder von uns hört eigentlich andere Musik und die Schnittmenge ist dann ”Lethargic, Way too Late”. Keine Ahnung was das entsprechen soll....

OBM: Eure Texte sind sehr lesenswert, worum geht es bei "Redcraving", abgesehen von der Musik?
Max: Nach nunmehr 5 Jahren ist das natürlich kein Projekt mehr, sondern eine Art Lebenseinstellung. Alles ist organisch gewachsen und hat daher auch Platz für jegliche Einflüsse, seien sie privater, gesellschaftlicher oder musikalischer Natur. Wir ordnen uns keiner Parole unter, sondern das was am Ende herauskommt ist das Produkt der Erfahrungen, Meinungen und des Wissens eines jeden von uns. Kurz gesagt, eine Reflektion über uns als Individuen, sowie als Gemeinschaft.

Manuel: Ja, das sehe ich auch so. Und daneben: Spaß haben, Träume leben, kreativ sein.

OBM: Was ist euch bei euren Texten besonders wichtig und wieviel Zeit investiert ihr in sie?
Max: Die konkreten Texte entstehen meistens alle in der Nacht vor dem Studiotermin. Ich mache mir zwar immer Notizen zu Anekdoten, Redewendungen und Wörtern, die ich so aufschnappe, aber ich brauche auf jeden fall einen fertigen Song, um den Ton dann auch textlich zu treffen. Ansonsten versuche ich recht subtil zu sein und nenne nur selten etwas konkret beim Namen. Mir gefallen als Hörer immer die Texte, die ich auf eigene Situationen anwenden kann und das klappt am Besten, wenn diese sich jeder zu offensichtlichen Interpretation entziehen.

OBM: Ihr spielt ja auch relativ viel live, was gibt es für Anekdoten zu erzählen?

Manuel: Da gibts ne Menge und mir kommt grad spontan die Erinnerung an den Van, der auf dem Weg nach Köln in der Nähe von Magdeburg einfach abgesoffen ist. Ich weiß noch, als wärs gestern gewesen, wie Basti (Ex-Gitarrist) auf der Autobahn zu uns sagt:"Ich glaub, der zieht nicht mehr!" Dann sind wir mit 40Kmh auf der Autobahn gefahren und die Brummies haben uns böse hupend überholt. Der Van war übrigens ganz frisch von uns mitfinanziert. Bastis Stiefvater, wohlgemerkt Automechaniker, hat den nämlich vor kurzem noch ohne TüV gekauft und dann mit Übergangskennzeichen an uns weitergegeben. Naja letztendlich haben wirs dann nicht nach Köln geschafft und sind durch halb Magdeburg auf der Suche nach ner Gigmöglichkeit gelaufen, leider erfolglos.

Max: Das beste war allerdings eine Nacht in Nürnberg bei "Mr. Sexus" im Proberaum. Ein abgehalfterter Ex-Profi-Wrestler, der ein Metalalbum produzierte. Vom musikalischen war er damit etwa 20 Jahre zu spät und auch textlich gings über "Kill, Kill, Kill " und "The Devils Code in your Arse" nicht hinaus. Wir hatten aber soviel Schiss vor dem, dass wir uns da nur zu Zehnt runtergetraut haben. Gruselig... Wie hieß seine Band von früher noch gleich?

Manuel: Toxic Shock!

OBM: Was sind die Bands, die euch am meisten beeinflusst haben? Als Privatperson und als Band, also innerhalb Redcraving.
Manuel: Das ist bei uns sehr ambivalent und für jeden individuell. Mich beeinflussen Leute wie Mike Oldfield (jajajaja der hat auch andere Sachen als Moonlight Shadow gemacht) oder Yngwie Malmsteen.

Max: Meine absolute Lieblingsband ist Sophia oder besser gesagt Robin Proper Sheppard. Das habe ich als kleiner Junge immer mit meinem Vater gehört und textlich ist das unendliche Leiden absolut mein Ding. Ansonsten bin ich eher der Klassiker; Bach, Händel, Mendelssohn Bartholdy, auch gern mal Schubert. Was die etwas härte Schiene betrifft, ist da Underoath sicherlich ein großer Einfluss, sowie diverse Europäische Screamo Vertreter wie Raein, Daitro und Sed non Satiata.

Manuel: Ja, Underoath hab ich grad vergessen.

OBM: Gibt es schon erste Reaktionen auf euer Album?

Manuel: Ohja, da gibt es schon ne ganze Menge. Allerdings ist es ja kein Album und dafür auch zu kurz, sondern eine EP. Das ist auch oft der einzige Kritikpunkt - einfach zu kurz. Wir sind wirklich froh über das Feedback und die vielen guten Reviews. Und hey!! selbst die Visions fands gut!

OBM: Habt ihr auf dem Album ein bestimmtes inhaltliches Konzept oder ein Leitthema, das ihr behandelt, oder habt ihr einfach über das geschrieben, was euch gerade beschäftigt?

Max: Im Prinzip ist unser Leitthema eher ein Leidthema. ”Lethargic, Way too Late” beschreibt wörtlich, wie sich diese Band für uns anfühlt. Immer, wenn es etwas zu schaffen gilt, wird uns ein riesen Berg vor die Tür gesetzt. Wir fangen an für die EP zu schreiben, da werden unsere Synthesizer bei einer Show gestohlen. Nachdem alles nachgekauft war und wir ins Studio gingen wird in der Nacht, bevor wir die Electronica und Vocals aufnehmen, bei mir eingebrochen und alles mitgenommen. Da ich bis zuletzt an meinen Sachen arbeite, war natürlich alles zuhause. Sämtliche Synthesizer, Computer samt Miditracks, selbst mein Textbuch wurde mitgenommen. Und das ist nur ein Beispiel. Das man da irgendwann an jeglichem Sinn zweifelt und in Lethargie verfällt, ist vorprogrammiert. Wir sind auch nicht wirklich die größten Optimisten muss man sagen. Wie auch immer, lieber zu spät als nie...

OBM: Habt ihr einen „Traum“-Produzenten mit dem ihr gerne mal zusammenarbeiten würdet?
Manuel: Adam D. von Killswitch Engage? Keine Ahnung... Es wär vielleicht mal ganz interessant, was er so für nen Blick auf die Musik hätte. Ja doch, ist ne gute Wahl, denk ich.

Max: Ross Robinson. Ich will eine zweite ”Relationship of Command" machen.

OBM: Was ist euch das Wichtigste an der Musik?
Manuel: Dass wir sie auch Live spielen können und dass es Spaß macht, sie zu spielen. Und naja, die Musik ist mir das wichtigste an der Musik, nicht das drumherum oder was da so mitkommt. Es muss sich einfach richtig anfühlen, ist schwer zu erklären.

Max: Identifikation, denke ich. Hingabe und Authentizität.

OBM: Wenn ihr euch Gastmusiker für ein Album wünschen könntet, wen würdet ihr nehmen? Gibt es Leute, mit denen ihr gerne mal arbeiten würdet?

Manuel: Ich würd mir Jonny Craig von Emarosa holen und ihn dann überzeugen, dass er bei denen aussteigt und bei uns bleibt. Ach, da brauch ich ihn gar nicht zu überzeugen, macht er dann eh

Max: Wenn wir schon mal am Träumen sind... Omar Rodriguez-Lopez sollte mal ein paar Riffs für uns schreiben. Textlich hätte ich gerne Hilfestellung von Aaron Weiss. Ein bißchen Synths von Richard D James dürften auch nicht schaden und Laibach für den Remix.

OBM: Auch eure Konzerte sind extrem beeindruckend. Wie wichtig sind euch Liveshows im Vergleich zu euren Studioplatten?
Manuel: Haha Danke danke! Ich persönlich vermiss es oft total, Live zu spielen. Beides ist wichtig, aber Live ist wichtiger, weil man bei nem Gig einfach noch eine Dimension zur Musik hinzufügen kann. Außerdem ist es auch viel dynamischer und man kann den Spaß, den man selbst an der Musik hat, direkt übertragen. Ich will jetzt unbedingt wieder auf die Bühne!

Max: Absolut! Wichtig ist auf'm Platz...

OBM: Was kann man von euch dieses Jahr noch alles erwarten?
Manuel: Zuerst natürlich einen neuen Bassisten, der diesmal wirklich definitiv bei Redcraving bleibt, dann natürlich geile Shows und neue Tunes, die wieder einen ganz anderen Drive haben werden, wies halt immer bei uns ist. Wir sind auch grad voll am Songwriting und an neuen Songs, die wir so schnell wie möglich auf Platte bannen wollen.

Max: Auf jeden Fall ein Album. Da leg ich mich jetzt mal fest....

OBM: Die letzten Worte gehören euch!

Manuel: Danke für das Interview und bis bald

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Link - www.myspace.com/redcraving

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