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And Still I Bleed

OBM: Hey Leute, als Erstes wie geht es euch?

Moin, uns geht es im Moment ganz gut, auch wenn’s stressig ist, die letzten Monate haben wir viele Shows und kleinere Festivals mit großartigen Hauptacts, u.a. Sick Of It All, Cataract, Maintain, Fire In The Attic, Days In Grief… spielen dürfen.. Das war eine Ehre für uns. Ansonsten schreiben wir gerade viele neue Songs und sind dabei, unsere CD endlich zu releasen.

 

OBM: Für diejenigen, die euch noch nicht kennen. Stellt euch doch einmal kurz vor!

Wir sind AND STILL I BLEED, eine „poppige Hardcore Metalband“, hauptsächlich aus Alfeld, einer Stadt in Niedersachsen nahe Hannover, der Rest, die Sänger, studieren in Kassel. And Still I Bleed gibt’s seit 2004 und in der aktuellen Besetzung mit dem Clean Gesang seit 2006.

 

OBM: Wie würdet ihr euren eigenen Sound beschreiben, was ist speziell, was zeichnet ihn aus?

Ja, über dieses Thema reden wir gerne. Also, wir haben ja wie inzwischen einige Metalcorebands Clean Gesang, versuchen diesen aber sehr in den Vordergrund zu stellen und ihn nicht nur als Chorus irgendwo zu haben (wäre auch doof, weil wir ja auch einen extra Clean Sänger haben). Wir versuchen, verschiedene Elemente zu vereinen. Wir kommen z.T. aus unterschiedlichen Musikrichtungen, und das zeigen wir auch neue Songs enthalten inzwischen auch ein wenig Southern Rock Style. Ansonsten mögen wir den Mosh a´la Parkway Drive und ein Popchorus a´la Fallout Boy, ich glaube der krasse Mix macht die Sache speziell!?!

 

OBM: Was habt ihr für musikalische Einflüsse? Benutzt ihre diese auch für euren Sound oder würdet ihr sagen, dass ihr euch da eher nicht beeinflussen lasst und euer eigenes Ding durchzieht?

Wie eben schon angedeutet kommen wir z.T. aus verschieden Musikszenen, aber im Prinzip gehören wir nicht zu der Kategorie, die nur die eine spezielle Stilrichtung hört, wie es oft der Fall ist. Wir sind alle sehr facettenreich, was Musik betrifft. Aber natürlich ist der gemeinsame Nenner Metal/Hardcore/und poppigere Rocksachen. Ich denke, man wird immer beeinflusst, wenn man Musik hört und selber welche macht. Man kann dies nicht ausschalten, man kann versuchen, dem entgegen zu wirken, wenn man merkt, dass sich ein Riff zu ähnlich anhört wie eins, was es schon von wem anderes gibt. Aber wir bewegen uns nun mal in einem Szenespektrum, wo es gewisse Signifikante.

 

OBM: Was für eine Bedeutung hat euer Bandname “And Still I Bleed“ und wer hatte die Idee für diesen Namen?

Der Bandnamen kann nach dem Motto gesehen werden: die Zeit heilt alle Wunden, aber manchmal auch nicht, ergo „and still i bleed“. Die Idee dazu hatte unser Bassist Matze. Die Idee fanden wir alle super, denn sie ist wahr und jeder kann sich, denke ich, mit unterschiedlichen Ereignissen damit identifizieren.

 

OBM: Habt ihr bereits Demos aufgenommen oder plant ihr vielleicht sogar ein full length Album?

Wir haben kurz nachdem unser <<clean Sänger Tille dazu kam, 7 Songs im Kohlekeller Studio (6 Reason To Kill, Under Siege, Blackout Argument, etc.) nahe Darmstadt aufgenommen. Also, es ist keine full length geworden, eher so ein Mittelding zwischen EP und LP, was es vermarktungstechnisch nicht einfach machen wird. Wir sind aber auch schon an einigen neuen Songs dran, die wir z.T. auch schon live spielen.

 

OBM: Wie funktioniert das Songwriting bei euch, wer ist für was zuständig?

Wir haben ein kleinen Kern, der das Songwriting übernimmt. An der Spitze steht da wohl unser Basser Matze, der irgendwie alle Instrumente spielen kann und das dazu auch gut. Ist aber auch schon ein paar Jahre dabei und hat bereits in anderen Szenenbands gespielt. Die 7 Songs der Ep sind vor allem auf seinem und Metz (Gitarrist) Mist gewachsen. Und das haben sie auch saugut hinbekommen. Seitdem Tille, unser <clean Sänger, an Bord ist, hat sich das wieder etwas aufgeteilt, denn Tille ist neben einem saugeilen Sänger ein noch viel besserer Drummer. Drums ist sein Ding und er hat zuvor in anderen Bands als Schlagzeuger gespielt. Zudem kann er auch noch ein wenig Gitarre zocken und verfügt ähnlich wie Matze über ein ausgewogenes Musikverständnis, sodass Matze (Bass), Tille (Gesang) und Metz (Gitarre) ein Traumgespann sind, was das Songwriting betrifft.

 

OBM: Worum geht es euch explizit in der Musik und in euren Texten?

In den Texten geht es neben gesellschaftlichen bis politischen Inhalten, welche u.a. auf Missstände zeigen etc., um persönliche Erfahrungen, die man im Leben macht, positive oder negative. Mit der Musik wollen wir uns ausdrücken. Wir versuchen, dem Zuhörer unsere Passion oder unser Engagement, was wir für die Musik aufopfern, wiederzugeben, sodass im besten Fall der Funke überspringt. Jeder, der uns vielleicht mal live gesehen hat, weiß, dass wir alles geben.

 

OBM: Was würdet ihr sagen ist eure Stärke als Band?

Wir sind facettenreich und ein absolutes Live-Erlebnis, denn wir versuchen immer 110% zu geben! Auf der einen Seite muss es so etwas geben, damit man irgendwie eine Zuordnung hat. Auf der anderen Seite ist so was für ‘n Arsch. Wir lassen so viele Einflüsse in die Musik mit einfließen und haben ein breites Spektrum, sodass die Bezeichnung Metalcore, unter der wir ja auch laufen, vielleicht zu 30 % passt, der Rest ist aber was anderes. Aber das ist halt schwierig. Es ist auf jeden Fall schwer, zwischen den Szenen zu sitzen und in keine Schublade hereinzupassen. Denn man muss da erst neues Gebiet erobern. Würden wir nur Pop oder nur Metalcore machen, hätten wir es definitiv einfacher, aber nur tote Fische schwimmen mit dem Strom ;-)

 

OBM: Viele Bands achten heutzutage sehr auf ihr Image und die Musik kommt manchmal zu kurz, wie seht ihr das?

Wer uns live kennt und unsere Promofotos sieht, weiß, dass wir ein Image haben und vertreten, und das auch gezielt. Wir sind schon bestrebt, eine Art Entertainment zu geben, aber sind nicht „Sellout“, wie es einige sagen mögen, nur weil wir z.T. Mascara unter den Augen haben und schwarz tragen. Der Unterschied ist, dass wir das so von Anfang an durchziehen und nicht aus einer „true scene band“ zu einer „sellout band“ geworden sind wie viele anderen. Wir sind authentisch. Weil wir es genauso durchziehen, wie wir es wollen und gut finden! Genau das, was wir tun, würden wir uns als Zuschauer auch wünschen!

 

OBM: Ihr habt ja schon einige Gigs hinter euch. Gibt es da irgendwelche besonderen Erfahrungen, die ihr gemacht habt? Seien es Gute oder Schlechte?

Also besondere Erfahrungen macht man bei fast jeder neuen Show. Das liegt auch vielleicht daran, dass wir mit ASIB erst ein Jahr unterwegs sind. Klar sind einige Dinge wie Aufbauen etc. ein bisschen Routine, aber jeder Gig ist etwas Besonderes, egal ob vor 50 oder 1000 Leuten. Jede Bühne, jeder Club, jede Mentalität bringt unterschiedliche Erfahrungen und Erlebnisse mit sich. Also bis jetzt konnte ich immer sehr zufrieden sein und hab absolute Highlight-Shows, z.B. mit unseren Freunden von Maintain bei den Jungs zu Hause, gespielt. Von wirklich schlechten Erfahrungen kann ich nicht reden. Manchmal trifft man auf relativ intolerantes Publikum, und wenn man dann nicht 2 Akkorde und einen Down Beat spielt und dazu noch clean singt, ist man unten durch beim Publikum. Wir ziehen es so durch und den Meisten gefällt das ja auch sau gut, wie wir an den sehr positiven Resonanzen immer wieder sehen können. Und außerdem über Geschmack lässt sich bekanntlich eh nicht streiten!

 

OBM: Was bedeutet euch die Musik?

Diese Frage kann nur jeder persönlich beantworten. Aber ich denke, ich kann für den Großteil der Band sagen, dass uns Musik alles bedeutet. Es ist definitiv die Inspiration, die uns das Leben lebenswert macht!

 

OBM: Ihr spielt am 27.Oktober mit Full Blown Chaos, Since the Flood etc. einen Gig, gibt es irgendwelche Rituale, die ihr vor Auftritten vollzieht oder hinterher abhaltet?

Jau, da spielen wir. Das ist auch eine der geileren Shows, was neben dem Hammer Line-up auch mit der Location zu tun hat, weil wir dort schon einmal am Anfang unserer Karriere gezockt haben und dort viele Freunde kennengelernt haben, die bis heute zu uns stehen. Ich freue mich sehr auf die Show, wo ich alle mal wieder sehen kann. Zu den Ritualen: Neben dem Warmsingen/spielen und dem Streching machen wir immer noch ein shake Hands mit „Umarmung“. Wir sind auf der Bühne „100% Unity“, und das läuten wir dadurch ein! Nach dem Konzert gibt’s nichts außer Essen:D

 

OBM: Das ist ja schon ein ziemlich großes Konzert mit namenhaften Bands, wie seit ihr an das Konzert gekommen?

So, wie man an alle großen Konzerte kommt: mit Vitamin B. Ein Kumpel aus Nordausen hat mich angeschrieben und mich gefragt, ob wir mitzocken wollen. Antwort sieht man ja:D

 

OBM: Wie sieht bei euch die Musikszene aus, könnt ihr uns ein wenig darüber berichten?

Wie schon oben vorher angesprochen, ist da grad ziemlich was am Wandeln. Der Metalcore wird von einigen abgeschrieben, aber er lebt definitiv noch. Darüber hinaus bewegen wir uns wie ja auch schon gesagt zwischen den Szenen und das tut natürlich auch gut, so können wir Shows mit Fire In The Attic spielen und auch mit First Blood. In der Szene kommt es eh zu einer starken Pluralisierung und Kommerzialisierung. Wenn man auf die Straßen guckt, sieht man inzwischen jedermann mit Klamotten oder Accessoires, die irgendwie aus der Szene kommen. Alle tragen Chucks oder Vans, jeder hat Totenköpfe in jeglicher Form an der Kleidung. Die schwarzen Röhrenjeans sind wieder in und im Kommen. Ed Hardy kommerzialisiert Tattoos komplett, und H&M und New Yorker verkauft alles, was mit Rock oder auch Hardcore zu tun hat. Inzwischen kann man ja sogar bei Titus Bandshirts von Darkest Hour oder Walls Of Jericho kaufen und in der Bravo wird die Emo-Szene komplett vermarktet. Also, bahnt sich was an und die Musik gehört zu einer Szene wie kein anderes Merkmal. Wir werden sehen, was passiert.

 

OBM: Seid ihr momentan auf der Suche nach einem Label?

Ja, wir waren sehr stark auf der Suche nach einem Label und haben jetzt auch ein passendes gefunden. Die CD „Dying passion“ wird spätestens zum 1. Dezember rauskommen. Also Augen offen halten!

 

OBM: Was denkt ihr generell über die Hardcore/Metal Szene in Deutschland, was findet ihr gut was könnte sich eurer Meinung nach bessern?

Die Szene ist die Szene, aus der wir kommen und agieren. Ich finde cool, dass im Moment wieder ein krasser OldSchool-Hype läuft, das gefällt mir ansonsten ist die Hardcore-Szene ganz schön militant und z.T. intolerant geworden 3 von 6 Leuten bei uns sind Straight Edge, und 4 von 6 Vegetarier. Manchmal gibt es Momente, wo ich persönlich sage ich will damit nichts mehr zu tun haben, weil es zu intolerant ist und andere Menschen stark herabgesetzt werden, zumindest was sXe betrifft.. Wenn einer sXe ist, soll er das sein, aber für sich und nicht, um irgendeine Rolle zu erfüllen. Richtig schlimm wird es, wenn Leute, die jahrelang straight edge waren, von einem Tag auf den anderen alles hinschmeißen und nur noch auf die Szene schimpfen! Das ist lächerlich. Ansonsten: Ähnliches findet man auch in der Musik. Wie schon gesagt: machst du keinen Downbeat und verherrlichst nicht Gewalt, bist du raus. Der Pit auf manchen Shows ist so dermaßen hart geworden unglaublich. Bei uns gab’s bei eigenen Shows Stress, weil die eine Hälfte hart zu den Moshparts tanzen wollte, und der Rest, u.a. auch kleine Mädels, da nicht drauf vorbereitet waren. Bei uns gibt es halt harten Mosh und auch Pop-Cleanparts ist halt schwierig, den Kompromiss zu finden. Ansonsten läufst.

 

OBM: Ihr arbeitet oder studiert bestimmt noch, wer von euch macht was?

Also ich, Jasper, studiere Lehramt für Haupt-& Realschule und bin gerade beim Examen, also fast fertig. Das Gleiche gilt für Tille, den anderen Sänger, der braucht aber noch ein bisschen. Matze (Bass) ist Betriebswirt, der Metz (Gitarre) ist kfm. Angestellter/Assistent der Geschäftsführung in einem Handelsunternehmen. Phil (Gitarre) ist Meistersteinmetz und Hoffi ist noch in der Ausbildung zum Krankenpfleger.

 

OBM: Was war das letzte Album, was ihr euch gekauft habt?

Der Matze schreibt für ein Musikportal viele Rezis, also hat der alles:D Ansonsten war seine letzte gekaufte Scheibe die neue Amorphis. Der Metz hat als Letztes Funeral For A Firend - Tales don´t tell themselves gekauft. Der Rest: keinen Plan!?! :D

 

OBM: Ihr seid ja noch eine relativ junge Band, was wollt ihr genau mit eurer Band erreichen, was sind eure Ziele?

Wir wollen uns den Arsch abspielen und Musik, Musik, Musik machen!!! Ich denke, wir werden immer Musik machen, egal wie und auf welchem Level. Wir haben alle einen Plan B, ich z.b. Lehrer, aber wenn wir Musik als Fulltime-Job machen könnten, wären wir sofort dabei!

 

OBM: Was wird man dieses und nächstes Jahr von euch erwarten können?

Dieses Jahr wird unsere Debüt-CD erscheinen und wir werden noch ein paar nette Shows spielen! Nächstes Jahr wollen wir dann in die Vollen gehen, mehr Shows, Touren, ins Studio und die neuen Songs aufnehmen und noch mehr reißen!

 

OBM: Das Schluss Wort gehört euch, hier könnt ihr alles loswerden, was ihr noch wollt!

Erst mal danke an euch, dass ihr das Interview mit uns macht!! Danke an alle, die Leuten die uns Supporten und die unsere Shows besuchen. Ab dem 1. Dezember gibt’s unsere CD!! Also kaufen, anhören und mit uns feiern!!! Wir wollen euch vor der Bühne sehen! Danke

Discography

And Still I Bleed - Dying Passion

Line Up:
Jasper - Gesang
Matze - Gitarre

Metz - Gitarre

Tille - Bass
Hoffi - Schlagzeug

Links

 

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