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OBM: Als Erstes wollen wir etwas über euch wissen. Stellt euch doch mal bitte unseren Lesern vor!
Kai: Moin, also wir sind's. Subconscious aus Berlin, bestehend aus Daniel (Drums), Christian (Gitarre), Klaus (Gitarre), Stefan (Bass) und Kai (Vocals). Und damit ein kräftiges "Hallo" in die Runde der Own Blood Leser.

OBM: Soviel ich weiß, existiert eure Band schon seit 1999, wer hatte die Idee dazu und was macht eure Band besonders?
Daniel: Naja, "Idee" ist vielleicht nicht ganz das richtige Wort - unser Gitarrist Christian hatte damals Leute für eine Bandgründung gesucht und dazu entsprechende Zettel in der Stadt verteilt, unter anderem auch in dem Proberaum, in dem Stefan und ich mit unserer damaligen Band probten. Nach 2 gemeinsamen Sessions entschieden wir uns dann dazu, ab sofort gemeinsam Mucke zu machen. Wir blieben ca. 3 Monate zu dritt und holten uns dann Riko als Shouter mit ins Boot, von dem wir uns im Herbst 2000 jedoch wieder trennten und dann mit Kai am Mikro weiter machten. Diese Vierer-Besetzung hatte über all die Jahre Bestand und ich denke, dass dies auch eine kleine Besonderheit von SUBCONSCIOUS ist. Wir haben in all der Zeit viele andere Musiker wechseln und ganze Bands kommen und gehen gesehen, deshalb würde ich unsere Beständigkeit schon als was Besonderes sehen. Und das wir seit Sommer 2006 mit Klaus einen zweiten Gitarristen dabei haben, tut der Beständigkeit ja auch keinen Abbruch.

OBM: Was hat eigentlich "SUBCONSCIOUS" für eine Bedeutung? Speziell auch für euch?
Daniel: Das Wort "subconscious" ist ja bekanntlich Englisch für "unterbewusst" und genau das und nicht mehr bedeutet es auch :-)

OBM: Wie würdet ihr eure eigene Musikstilrichtung beschreiben?
Kai: Das kommt darauf an, wen man aus der Band fragt. Wir haben ja relativ frühzeitig (bereits 2000) mit dem begriff Metalcore um uns geschlagen. Allerdings war das damals kein so ausgetretener Begriff wie heute. In den meisten Fällen konnten die Leute damit nichts anfangen, so dass man sich in detaillierten Einzelbeschreibungen verheddert hat. Heute isses im Grunde immer noch Metalcore. Nur das der Begriff mittlerweile fast schon 'nen negativen Beigeschmack hat, weil es vor allem bei Metallern (zu Unrecht) als reine Trendmaschinerie verschrien ist. In Einzelteile zerlegt, ist das was wir machen wohl nix anderes als schwedisch angehauchter Death Metal, der von der guten alten Gothenburg Schule. Hier und da ein paar Thrash Splitter dazu und wenns dann um *core* geht mit ein paar netten Mosh-Parts, Breaks und Grooves aufgelockert. Vor 15 Jahren hieß das "fast melodic death metal". Dann hat sich die Hardcore Szene dieses, Ende der Neunziger von vielen Metal-Medien verschmähten und tot geredeten, Stils angenommen und es inhaltlich etwas überarbeitet. Wir bezeichnen uns seit 7-8 Jahren als Metalcore. Auch wenn der Begriff erst in den letzten 2-3 Jahren seine heutige Verbreitung gefunden hat. Ich denke wir stehen auch dazu. Wir sind Metalcore im urtypischen Sinne. Keine cleanen Vocals, keine Emoparts. Einfach das volle Brett. Viel Death Metal, etwas Thrash Metal und die dem Hardcore entliehene Attitude, vor allem was den Grundgedanken und Inhalte angeht.

OBM: Im Jahr 2000 habt ihr eurer erstes Album oder EP (?) veröffentlicht "Trains Of Thought". Wie viel Blut und Schweiß steckt in diesem Album?
Daniel: Wir haben schon damals viel Zeit in die Komposition der Songs investiert und lange daran herumgefeilt, deshalb würde ich das auf jeden Fall mit zu den integrierten Körperflüssigkeiten des Albums zählen. Die Aufnahmen selbst erforderten natürlich das übliche Maß an Konzentration und Durchhaltevermögen und waren für uns alle eine gute Erfahrung, da zu der Zeit eigentlich keiner von uns so richtige Studioerfahrung hatte.
 
OBM: Wie fiel das Feedback gegenüber eurem erstem Album aus?
Daniel:  Soweit ich weiß haben wir eigentlich kaum "offizielles" Feedback bekommen, da wir damals noch keine CDs für Reviews oder Ähnliches verschickt haben. Von den CD-Hörern oder Konzertbesuchern gab's aber immer positives Feedback und witzigerweise stößt man heute immernoch auf Leute, die sich auf Shows Songs dieses Albums gewünscht hätten.

OBM: Aber das sollten auch nicht die letzte sein. 2002 erschien "Arising", 2004 "From The Ashes" und zu guter letzt 2006 „Forever Is Now“. Konntet ihr eine Steigerung gegenüber euren letzten Alben sehen bzw. wie habt ihr euch in der Zeit entwickelt, was hat sich genau in eurem Sound verändert?
Kai: Ja, natürlich konnten wir eine Steigerung sehen, ich glaube es wäre auch schlimm wenn dem nicht so wäre. Man darf vor allem nicht vergessen, dass das Debüt seinerzeit bereits 1 Jahr nach Bandgründung aufgenommen wurde. Trains Of Thoughts enthielt damals schon etwas Metal und etwas Hardcore, allerdings mit etwas anderen Roots und einer anderen Gewichtung. Ich hab es mal als eine Mischung aus Pro-Pain und Testament beschrieben. Die musikalische Entwicklung erfuhr dann zu der Zeit eine kleine Wendung, als ich im Oktober 2000 zur Band stieß. Schon kurz nach meinem Einstieg passte das Songwriting des neuen Materials nicht mehr wirklich zu den typischen "Gröhl" vocals der Trains Of Thought Ära. Wir wollten etwas giftigeres, energiegeladeneres in unserem Sound und so fingen wir damit an mehr und mehr Screamvocals einzuflechten. Die "Arising" EP, die Anfang 2002 aufgenommen wurde, spiegelt den Umbruch ziemlich gut wieder. Die beiden Songs "Judge Me" und "Inner Self" enthalten quasi beide Stile. Die einen Parts könnten so auch auf der Trains Of Thought vorgekommen sein, die anderen zeigen exakt den Weg, den wir heute noch beschreiten. "Arising" dokumentiert die Entwicklung somit sehr treffend. Die EP bildet zum Einen den Abschluß unter dem Kapitel 1999-2001 und legt zugleich den Grundstein zum Subconscious-Zeitalter 2002 - Gegenwart.
"From The Ashes" welches wir bereits im Sommer 2003 aufgenommen haben, lässt dann keinen Zweifel mehr daran, das wir den für uns richtigen Weg gefunden haben. Das der Titeltrack immer noch Bestandteil unseres aktuellen Liveprogramms ist, sollte Beweis genug sein.Würde man nur "Trains Of Thought" und "From The Ashes" hören, könnnte man bezweifeln das es sich um die gleiche Band handelt. "Arising" macht diese Entwicklung nachvollziehbar. Man darf außerdem nicht vergessen das man sich ja als Musiker auch weiterentwickelt hat und natürlich verfügt jeder einzelne von uns anno 2007 über wesentlich bessere und mehr Fähigkeiten auf seinem Gebiet als vor 8 Jahren."Forever Is Now" macht dann im Grunde da weiter wo From The Ashes aufgehört hat, ist nicht zuletzt aber auch deshalb ein viel größerer Schritt weil zwischen diesen beiden Platten immerhin auch 3 Jahre liegen. Stilistisch schlagen beide in die gleiche Kerbe. Technisch und vom Niveau des Songwritings her ist "Forever Is Now" natürlich das wesentlich ausgereiftere Werk. An dieser Platte haben wir penibel gearbeitet und uns akribisch darauf vorbereitet. Fast ein halbes Jahr vor dem Studio Termin haben wir bei mir zu Hause das Album quasi pre-recorded und dann aufgrund dieser Aufnahmen noch einige Ungereimtheiten ausgebügelt. Als wir dann im Studio waren, gabs keine großen Überraschungen mehr. Die Vorarbeit hat sich enorm ausgezahlt. Hier steckt wirklich extrem viel Blut und Schweiß drin. Nicht zu vergessen natürlich auch Geld. Die beiden Vorgänger wurden ja mehr oder weniger in Low Budget Recordings in Eigenregie aufgenommen, gemischt und produziert. Zu "Forever Is Now" haben wir uns erstmals wieder in ein richtiges Studio begeben. Die Zeit war einfach reif, eigentlich schon überreif, um mal was richtig amtliches auf den Tisch zu legen. Und genau das haben wir dann auch gemacht. Zwischen den beiden EPs und "Forever Is Now" liegen also nicht nur Jahre an normaler musikalischer Entwicklung, sondern auch Welten was Produktionsbudgtes betrifft. Das "alles" hört man natürlich auch.

OBM: Wie kann man sich bei euch die Arbeit an einem Song vorstellen? Nehmt ihr euch z.B. erst mal Zeit für den Text oder spielt ihr euch erst mal ein?
Daniel: Seit den letzten Jahren ist es eigentlich immer so, dass ich die Musik und Struktur der Songs zunächst allein schreibe und dann den Anderen als Hausaufgabe mitgebe. Im Proberaum wird dann noch an letzten Details gebastelt und Kai improvisiert dazu dann seine Vocals, wenn die nicht auch schon von mir vorgegeben sind ;-)

OBM: Worum handelt es in euren Songtexten, steckt in euren songs auch eine bestimmte message?
Daniel: Unsere Texte handeln von verschiedenen Themen, die meist über Metaphern und Bilder beschrieben werden. Inhaltlich geht's dabei um aller Art menschlicher Überzeugungen, Entscheidungen, Beziehungen oder Probleme - inspiriert von den Erfahrungen, Gedanken oder Ansichten des Verfassers. Ich denke, jeder Song hat seine eigene Aussage und Message, ganz gleich ob der Verfasser zum Weltverbessern oder Nachdenken anregen oder einfach nur seine persönlichen Gedanken zu Papier bringen wollte.

OBM: Wurdet ihr anfangs viel unterstützt oder musstet ihr euch euren Weg alleine schlagen ?
Kai: Wir sind den schweren Weg gegangen - haha. Nein, wie könnte denn eine solche Unterstützung ausgesehen haben, außer der moralischen von Freunden und Bekannten? Wir haben uns den Weg alleine gebahnt. Wir haben ja auch stilistisch zwischen den Szene Stühlen gesessen. Es gab also keinen sonderlichen Support von der im Grunde ja doch lebhaften Metal Szene. Für die waren wir einfach Hardcore. Und die Hardcore Szene war damals auch eine eingeschworene Clique, und für die waren wir einfach Metal. Die Grenzen sind ja erst in den letzten 3-4 Jahren mit dem Erfolg von HSB und Bands wie Neaera fließend geworden. Davor war man für die einen nicht True wegen der langen Haare von (damals noch) Christian und mir, für die anderen nicht true weil wir nicht dem "böse-bier-metal" Klischee entsprachen. Es gab also keine euphorische Szene die uns irgendwie auf den Händen getragen hat. Vom Timing her lagen wir auch daneben. "From The Ashes" kam ganz kurz vor dem Metalcore Hype. Da gabs ja Bands wie Neaera noch gar nicht. Durch Heaven Shall Burns "Whatever It May Take" wurde man kurz zuvor gerade erst etwas szeneübergreifend auf diese Art von Musik aufmerksam, den wirklichen Durchbruch hatte das Ganze ja erst kurz danach - und dann ist das Metalcore Genre um 2005 förmlich explodiert. Zu der Zeit hatten wir nichts wirklich vorzeigenswertes in der Hand. Die Ashes EP war ja nur als Promo für Veranstalter gedacht und damit wir den Leuten auf Shows was von uns geben können. Wir hatten also unsere VÖ Pause genau zu der Zeit, als das Genre aufgeblüht ist. Als wir dann vor gut nem Jahr FIN rausbrachten, konnte es fast schon keiner mehr hören. "Schon wieder ne Metalcore Band" ... "klingt wie die anderen auch" waren viele Meinungen. Und natürlich hatten sie recht! Uns gab es ja auch schon (mindestens) genauso lange wie die anderen. Wir klangen auch schon vorher so. Nur hat sich vorher für "metalcore" kaum einer interessiert. Wir hatten einfach das Pech hier im Timing etwas untergegangen zu sein. Der große Hype ging an uns vorrüber. Was uns blieb war also nach wie vor, die harte und beständige Arbeit. Aber wirklich hadern tun wir damit nicht. Es ist eben unser Weg und am Ende ist es uns wichtig uns treu zu bleiben und das zu machen worauf wir Bock haben. Das haben wir vorher gemacht und damit zwischen den Stühlen gesessen und das machen wir jetzt, auch auf die Gefahr des Vorwurfs hin, noch spät einem Trend aufzuspringen. Ich hab gerade mal über web.archive.org  nachrecherchiert, das wir uns auf unserer alten Domain subconscious-online.de schon im Februar 2001 schon als Metalcore benannt haben. Damit sollte sich der Trendvorwurf erledigt haben :-).Natürlich gab und gibt es aber all die Jahre auch immer Leute die uns unterstützt haben, das darf man nicht vergessen und auch nicht deren Anteil daran, das es uns nach wie vor gibt und wir wenigstens schonmal soweit gekommen sind, wie wir sind.

OBM: Wie war und ist die Zusammenarbeit mit dem Label wo ihr jetzt seid, leider hattet ihr ja dies bezüglich ein paar Probleme mit dem vertrieb von eurem letzten Release? Seid ihr immer noch bei dem selben Label?
Kai: Nun, die Zusammenarbeit war (und ist) in erster Linie freundschaftlicher Natur. PFN war ein kleines 1-Personen Label. Wir haben ein Vorab der Platte an einige auserwählte Labels geschickt und Sebastian hat frühzeitig Interesse signalisiert. Wir haben von Anfang an gewusst, das wir keine Wunder erwarten können und sicher nicht die Media Control Charts entern. Aber wir wollten unbedingt die Platte rausbringen und Sebastian war quasi bereit uns einen Kredit zu gewähren und die Presskosten auf seine Kappe zu nehmen und hat daran geglaubt, dass sich die Investition auszahlt und irgendwann wenigstens auf +/- Null wieder ausgleicht. Leider war das Geld am Ende doch knapper als angenommen, so das es zum Beispiel auch an Porto mangelte um anständig Promos zu versenden. So kam es, dass bis zum Jahresbeginn 2007 nur ein gutes Dutzend Zines überhaupt bemustert waren. Das sich dann hier ein Teufelskreis auftut liegt auf der Hand. Ohne Reviews keine Promotion ohne Promotion kauft keiner die Platte - von Verkäufen auf Shows mal abgesehen. Das Ganze war also ein mehr als holpriger Start. Letztendlich hat Sebastian dann Anfang des Jahres mit PFN Records den Labelbetrieb eingestellt, so dass es aktuell gar kein Label mehr gibt, bei dem wir unter Vertrag sind. Kein Label, keine Promos, keine Werbung, keine Verkaufsstruktur. Aber auch hier hadern wir nicht, vor allem nicht mit Sebastian. Wir müssen uns einfach mal vor Augen halten, dass wir das allein nicht hätten machen können. Wir hatten gerade unser Erspartes im Studio verbraten und keinen Cent mehr um das Album eventuell in Eigenregie pressen zu lassen. Hier ist PFN in die Bresche gesprungen wofür wir dankbar sind und weswegen Sebastian auch nach wie vor an den Verkäufen von "Forever Is Now" gemäß unseres Deals beteiligt ist. Er hat an uns geglaubt und investiert und das allein nötigt schon Anerkennung ab.Durch das vorzeitige Ende von PFN Records hatten wir nie Gelegenheit eine großangelegte Label Zusammenarbeit aufzubauen. Aber es  gab und gibt nach wie vor ein freundschaftliches Verhältnis zwischen uns. Sebastian organissiert jetzt unter anderem Shows und bringt uns auch hier gelegentlich unter - und auch dafür sind wir ihm dankbar.Was den Vertrieb der Platte angeht, so kommt hier endlich auch mal etwas Glück ins Spiel, denn zufällig ergab sich, das ich Anfang des Jahres meine Tätigkeit bei und mit Maintain Records aufnehmen konnte. Und obwohl Subconscious keinen Vertrag mit Maintain Records haben und das Label die Platte auch nicht mit eigenen Mitteln bewirbt, kann ich doch die Infrastruktur des Labels etwas für Subconscious nutzen. So haben wir mit Maintain Records und deren offiziellen Releases im Frühjahr 2007 nochmal gut 60 Promo Exemplare von "Forever Is Now" an Fanzines verschickt, was dann, wenn auch verspätet, nochmal einiges an, meist positiven, Resonanzen gebracht hat. Zudem konnten wir die Platte über Maintain Records auch in den Vertrieb geben, zwar gabs auch hier einen kleinen Rückschlag weil der ursprüngliche Maintain Records Vertrieb seit  September nicht mehr existiert, aber mittlerweile ist Maintain Records bei Twilight untergekommen und somit ist seit dem 01. Oktober auch unser Album auch über Twilight erhältlich und theoretisch auch weltweit bestellbar. Sieht so aus, als würde sich ein Jahr nach dem eigentlichen Release doch noch alles zum Guten wenden :-)

OBM: Wie war euer erster Auftritt im Vergleich zu euren heutigen?
Kai: Haha, die Frage ist gut. Unser erster Auftritt war ein typischer Auftritt einer Band die den ersten Schritt außerhalb des Proberaums macht. Auf 'nem Abi-Ball wo uns zudem nach einigen Minuten der Strom abgestellt wurde, weil wir dann offenbar doch nicht so ganz in den Rahmen gepasst haben. Unsere heutigen Shows laufen da schon anders ab. Zum einen spielen wir nicht mehr auf Abi Bällen oder anderen genrefremden Veranstaltungen und zum anderen wird uns dabei auch nicht mehr der Strom abgestellt -haha. Damals wars vom Rahmen her eben ein typischer erster "Auftritt" wie ihn zichtausende Bands erleben und erlebt haben. Heute spielen wir "richtige" Shows in Clubs und Locations im Rahmen von Hardcore, Metal oder Metalcore Veranstaltungen.

OBM: Was macht euch mehr Spaß,im Studio zuarbeiten oder auf der Bühne zustehen?

Kai: Es hat beides seine Reize. Wir sind aber vordergründig Rampensäue denke ich. Livespielen ist für mindestens 50% der Band sicherlich das größte am Band-Dasein. Wir haben Spaß auf der Bühne und leben das dort auch aus. Studioarbeit ist ne andere Geschichte. Auch hier haben wir Spaß. Spaß an den Ideen und daran wie sie dann umgesetzt wirklich klingen, daran wie fett so ein Sound sein kann, den man ja im Proberaum selten so erlebt. Spaß daran wie Arrangements funktionieren, vor allem die, die man weder Live noch im Proberaum umsetzen kann, wie drei, vier Gitarrenspuren und Melodien, gedoppelte Vocals, Backingvocals oder andere Gimmicks. Ich persönlich möchte beides nicht missen. Aber die Bühne ist schon unser Metier. Wir sehen uns ja auch irgendwie eher als Liveband, und man spielt ja auch in der Regel öfter auf der Bühne als im Studio. Von daher sind die Prioritäten gut verteilt.

OBM: Ihr habt schon mit Namenhaften Bands wie „Barcode, Born from Pain, Fall Of Serenity, Maroon und Narziss gespielt. Wie seid ihr an die Konzerte rangekommen und was für Erfahrungen konntet ihr daraus ziehen?
Kai: Wir sind jedenfalls nicht durch Bandvotings rangekommen - haha. Nein im Ernst, ich muß sagen das wir im Grunde für diese Shows immer irgendwie gebucht wurden. Die ersten Shows mit Narziss z.B. liegen aber auch schon ewig zurück. Im März und Juli 2000 war das erstmals. Da haben wir Narziss in Berlin auf einem Festival kennengelernt, welches der Club veranstaltet hat, in dem wir damals geprobt haben. Danach sind wir dann in Kontakt geblieben und wurden im Juli 2000 nach Jena eingeladen. Und seitdem sind wir uns dann ein halbes Dutzend mal auf den unterschiedlichsten Events über den Weg bzw. über die Bühne gelaufen. Ich glaube hier tut einfach der Umstand, dass wir nun schon 8 Jahre unterwegs sind, ein übriges. Wir haben natürlich vor allem in der Anfangszeit der ersten vier Jahre immer wieder diverse Veranstalter angeschrieben, Promos verschickt, angerufen ... und irgendwann war dann mal ein Platz im Billing frei. Wenn man das vier Jahre lang konstant macht, dann ergibt es sich einfach, dass man sich übern Weg läuft, oder auf ein gemeinsames Konzert gebucht wird. Zumal man berücksichtigen muß, das weder die Szene, noch die jeweiligen Bands selbst, damals so groß waren wie sie es vielleicht heute sind. Danach (so ab 2004/2005) konnten wir dann etwas davon zehren "schon sechs Jahre dabei zu sein". Soll heißen, bei diversen Veranstaltern hat sich irgendwann rumgesprochen, das wir eine unkomplizierte Band sind, die Live ihr bestes geben. Und das man uns gerne bucht weil man mit uns eben Spaß hat. In den letzten zwei Jahren sind wir dann quasi für alle Shows angefragt wurden. Zumindest haben wir keine Klinken mehr in der Form putzen müssen wie in den Jahren 1999-2003/04. Und wenn man sich mit anderen Bands öfter über den Weg läuft, entwickeln sich bisweilen auch gute Freundschaften oder zumindest gut gepflegte Bekanntschaften wie z.B. zu Fall Of Serenity oder damals Narziß. Wenn ich das anmerken darf: ich glaube den meisten Bands mangelt es heutzutage an Geduld. Die MySpace Generation will immer irgendwie gleich alles. Im ersten Jahr der Bandexistenz muss man gleich mit dem "who is who" der Szene die Bühne teilen und gelingt das nicht, dann macht man irgendwas falsch. Bullshit. Es gibt noch eine Möglichkeit. Konstante Arbeit. Und das über Jahre hinweg. Wenn man lange genug dabei ist, (und dabei auch noch wenigstens einigermaßen gut) dann spielt man früher oder später mit den ein oder anderen. Da muß man nicht auf dubiose Art und Weise an Konzerte "rankommen". Schaut euch mal unsere Konzert History auf unserer Website an. Die ersten zwei Jahre haben wir auch auf jedem Wald und Wiesen Fest und Lampignon-Umzug gespielt. Mitgenommen was geht. Das waren keine großen Shows. Wir sind da also nicht von heute auf morgen reingefallen. Das alles ist das Ergebniss wirklich langjähriger und harter Arbeit. Die Erfahrung die wir daraus gezogen haben sind: 1. alle kochen nur mit Wasser 2. Beständigkeit zahlt sich irgendwann aus. Auch wenn man vielleicht nicht so hochsteigt und der Weg auch steiniger ist, als der des schnellen Ruhms.

OBM: Und wie war es für euch mit diesen Bands aufzutreten zu können?
Kai: Wie soll das gewesen sein. Wir waren auf der Bühne, haben gespielt und sind wieder runter :-).
Manchmal haben uns die Leute nicht zur Kenntniss genommen, weil sie nur die andern Bands sehen wollten und auch vordergründig wegen denen gekommen sind. Manchmal waren die Leute auch bei uns gut drauf. Von unserer ureigenen Sicht aus ist eine Show eine Show. Man spielt nicht besser, weil der Headliner am gleichen Abend Born From Pain heisst. Eine Show ist für uns auch nicht schlechter, wenn außer uns nur lokale Bands in kleinem Rahmen spielen. Das eigene Feeling kann bei Konzerten mit Maroon genauso gut, aber auch genauso schlecht sein, wie auf nem Konzert mit den Proberaum Nachbarn. Zu dem Zeitpunkt wo es drauf an kommt, steht man immer selbst auf der Bühne. Da spielt es keine Rolle welche Band nach einem, oder vor einem die selben Bretter betritt. Wir hatten schon dicke Shows mit weit weniger bekannteren Bands. Wer an dem Abend noch spielt, spielt nur dann eine Rolle, wenn man diejenigen selber mag, sie selber gern live sieht, eine gute Party mit denen feiern kann oder ein paar Leute im Publikum sind, die sonst nicht dagewesen wären. Klar im Bandinfo macht es sich immer gut wenn man ein paar größere Namen auffahren kann, vor allem weil Veranstalter dann davon ausgehen können, das die Band weiß wie es läuft und der Ablauf einigermaßen geordnet abgewickelt werden kann. Aber es sagt nichts darüber aus, wie man sich selbst präsentiert hat. Und in Zeiten von Bandvotings verliert es zudem immer mehr an Relevanz, weil das Kriterium wieviel Leute auf nen Button geklickt haben größer wiegt, als die tatsächliche Qualität. Das Ganze kann man auch überbewerten. Es gibt Bands die spielen durch dicke Connections ein Jahr lang auf etlichen großen Shows mit allen großen Namen und lösen sich ein Jahr später wieder auf, ohne wirklich jemals überzeugt oder etwas bewegt zu haben. Und es gibt Bands, die rocken seit Jahren alles in Grund und Boden, auf Shows mit Bands die ebenfalls alles in Schutt und Asche zerlegen, ohne einen großen Namen zu haben. Ich kann nur sagen: Leute, geht mehr auf kleine Underground Shows - da ist genauso die Hölle, wenn nicht noch mehr. :-)Unterm Strich machen alle Bands nur Musik. Die einen machen gute, die anderen schlechtere. Die einen findet man geil, die anderen langweilig. Aber in dem Moment wo man selbst auf der Bühne steht muß man auch selbst überzeugen. Egal wer da noch kommt oder kam. Man geht rauf, zockt sich die Seele aus dem Leib und geht wieder runter. Danach ist man entweder zufrieden, oder frustriert. Der Vorteil bei Konzerten mit Maroon oder Born From Pain ist, man kann sich die Laune bei nem guten Headliner leichter wieder aufbessern, wenn's mal für einen selbst nicht so gut gelaufen ist wie erhofft. :-)Für uns sind Konzerte mit Fall Of Serenity, Narziß oder Born From Pain nicht etwas besonderes weil es die "großen" sind und wir "dabei sein dürfen". Wir sitzen doch am Ende alle am gleichen Tisch. Das "Besondere" ist, dass man sich zum Teil seit Jahren kennt, zusammen feiern kann, den jeweils anderen sowohl musikalisch als auch persönlich schätzt und man miteinander gut miteinander auskommt, selbst wenn es an dem Abend gar kein Konzert geben würde. Man tauscht sich aus, findet sich sympathisch, labert, macht faxen, entdeckt gemeinsame Ideale oder auch nur gemeinsame Bekannte - kurz man hat einfach eine tolle Zeit und freut sich auf die nächste gemeinsame Show.

OBM: In diesem Jahr stehen euch auch noch 4 Gigs auf dem Programm. Zum Beispiel am 26. Oktober in Jena mit „Fall Of Serenity“, am 23. November in Berlin zusammen mit „Sleeve“ und „A Flowers Logic“. Wie bereitet ihr euch eigentlich auf ein Auftritt vor?
Kai: Die Vorbereitung läuft bei uns recht zielgerichtet. Im Idealfall kennen wir vorher die Stagezeit die uns an dem Abend zur Verfügung steht und trimmen dann unser Set exakt drauf ab. Das heisst, wir checken schon bei den Proben mögliche Songkonstellationen und deren Spiellänge. Und wir entscheiden uns auch vorher schon für eine bestimmte Setlist. Was fangen wir an, Intro, ohne Intro, was kommt am besten danach etc. Wenn das Set steht, wirds bei jeder Probe 3-4 mal hoch und runter gezockt. Wir werkeln an Details, Übergängen, Riffs oder besonders hakeligen Stellen oder erörtern Ausweichlösungen. Man kann also sagen das wir schon gewissenhaft an jede Show gehen. Wir sind eben immer bemüht unser bestes zu geben :-)

OBM: Was haltet ihr von der Deutschen Metal und Hardcore Szene, wie sehr hat sie sich verändert seitdem ihr mit eurer Band angefangen habt?

Kai: Oha, dazu habe ich ja bei einigen Fragen zuvor schon ausführlich was gesagt. Was den Zeitraum unsere Aktivität angeht, so ist die größte Veränderung, dass man 2001 als Musiker mit langen Haaren auf der Bühne bei einer Hardcore Show es extrem schwer hatte zu bestehen. Das hat sich in den letzten Jahren extrem verbessert. Ausnahmsweise war früher nämlich nicht alles besser. Jedenfalls nicht für uns. Die Grenzen zwischen beiden Szenen sind in einigen Bereichen fließender geworden und zeitgleich die Aktzeptanz vorm jeweils anderen Publikum. Die Metaller sind da bisweilen noch etwas sturer (und das sage ich als astreiner Met'ler!). Vor 8 Jahren war es größtenteils ein alternatives Mischpublikum das uns so aktzeptiert hat wie wir sind, während reines Szenepublikum uns abgelehnt hat. Hier hat sich einiges getan. Die Hardcorer zelebrieren Circlepits und Moshpits, auch wenn einer der Musiker lange Haare hat und die Mucke wie Amon Amarth meets At The Gates klingt - und die Met'ler sind am Headbangen, selbst wenn die Gitarristen keine langen Haare haben :-) Scheuklappen wird es wohl immer und ewig irgendwo geben. Aber im großen und ganzen hat sich das schon verbessert. Zumindest wenn man die Betrachtung nicht auf die letzten 3-4 Jahre beschränkt sondern wirklich die letzten 8-10 betrachtet. Die deutsche Szene ist eine extrem aktive - und das in beiden Lagern. Manchmal fällt es schwer den Überblick zu bewahren, weil sich die Szene und ihre Bands offenbar ständig unproportional steigend multiplizieren. Aber es ist letztendlich auch die Vielfalt und Vielzahl die diese Szene am Leben erhält. Nur dadurch das ständig neue Bands, auch in großer Zahl, nachwachsen sind wir schließlich irgendwann in der Position die "alten & erfahrenen" Subconscious zu sein - haha.

OBM: Was habt ihr für nächstes Jahr alles so geplant, was können wir erwarten?
Da wir aktuell wiedermal kein Label haben, müssen wir unsere nächste Platte wohl erstmal selbst zusammen sparen, was dazu führt, das aus finanzieller Sicht wohl ein erneuter Studioaufenthalt frühestens Ende 2008 möglich ist. Eine neue Platte wirds wohl demnach im nächsten Jahr nicht geben. Aber wir haben ja auch noch "Forever Is Now" im Gepäck und zu einem Song vom Album wirds noch einen schicken Videoclip geben. Also nicht so ein Handycam-wackel-Clip, sondern in richtig schicker eben. Lasst euch überraschen. :-) Außerdem hoffen wir, dass wir viel Live unterwegs sind. Wir haben dieses Jahr beim Joch'n'Roll in Hameln nochmal anständig OpenAir Blut geleckt und würden am liebsten im nächsten Jahr 3-4 von der Sorte spielen, natürlich zusätzlich zu Unmengen an Clubshows. Also wenn das hier potentielle Veranstalter lesen: bucht uns! Wir sind pflegeleicht und unkompliziert. Wir wissen was wir tun und wir wissen vor allem auch warum. :-)

OBM: Und zum Schluss noch ein paar abschließende Worte an eure Fans und unsere Leser!

Zuerst einmal an dich ein großen Dank für das Interview. Angesichts der unglücklichen Umstände zum Album sind wir für derartigen Support mehr als dankbar und wissen es dementsprechend zu schätzen. An alle Leser gilt mein Appell: unterstützt lokale Bands und Veranstalter, geht auf lokale Shows und kauft euch dort die CDs der Bands die euch gefallen haben. Auch wenns die irgendwo im Netz gibt, eure 10 Euro können dazu beitragen, das die Band bald wieder ins Studio gehen kann und euch dann bald mit einem neuen Album beschenkt. Unsere CD gibts übrigens für 7,99 im Maintain Record Store :-)Alle die sich bisher unsere CD gekauft haben: Ihr seid die geilsten! Alle die bisher auf unsere Shows gekommen sind: vielen Dank für den Support. Alle die das in Zukunft vorhaben: Haltet Augen und Ohren auf, checkt unsere Daten auf der website oder dem Myspace Profil, vielleicht sind wir demnächst auch mal in eurer Gegend. Und wenn nicht - nervt eure lokalen Veranstalter.Downloadet euch unseren Gratis Song und checkt unser Album im Radio auf last.fm oder hört in die snippets in iTunes & co. Bleibt anständig und vergesst mir die Tiere nicht.

Mosh on!
Kai, Daniel & Subconscious


Link - www.myspace.com/berlinmetalcore / www.berlinmetalcore.de

 

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