Kreisförmiger Pit aus Silhouetten von oben gesehen, rotes Bühnenlicht fällt diagonal darüber

Was ist ein Moshpit, was ein Circle Pit?

Ein Moshpit ist der Bereich vor der Bühne, in dem Besucherinnen und Besucher heftig tanzen und dabei gegeneinander drängen. Von außen kann das chaotisch wirken, für die Beteiligten ist es eine selbstverständliche Art, auf die Musik zu reagieren. Mitmachen muss niemand, und viele stehen lieber am Rand und genießen das Konzert ohne Körperkontakt.

Beim Circle Pit bewegt sich die Menge im Kreis um eine freie Fläche, die sich im Publikum bildet. Die Teilnehmenden rennen oder laufen im Kreis, die Mitte bleibt leer. Bei der Wall of Death dagegen laufen zwei Gruppen auf ein Zeichen der Band aufeinander zu. Zuerst teilt sich die Menge in zwei Hälften, erst auf das Signal hin setzen sich beide Seiten in Bewegung. Jede dieser Formen hat einen eigenen Namen und ist regelmäßigen Konzertgästen vertraut.

Welche Regeln gelten im Pit?

Die Konzertkultur in Metal und Hardcore kennt einige ungeschriebene Regeln, die für Szenekundige selbstverständlich sind. Sie stehen in keiner Hausordnung, und doch entscheidet ihre Einhaltung darüber, ob ein Pit Spaß macht oder zur Gefahr wird. Wer stürzt, bekommt Hilfe beim Aufstehen. Wer nicht mitmachen will, wird nicht angegriffen. Auf kleinere und schwächere Personen wird besonders geachtet, denn was für die einen Spaß ist, kann für andere ein echtes Verletzungsrisiko bedeuten.

Diese drei Regeln haben einen gemeinsamen Nenner: gegenseitigen Respekt. Ein Moshpit funktioniert nur, wenn alle freiwillig dabei sind und wissen, dass sie bei einem Sturz aufgefangen werden. Deshalb machen erfahrene Besucherinnen und Besucher Neulinge darauf aufmerksam, wenn sie diese Grenzen überschreiten. Genau dieses gegenseitige Aufpassen unterscheidet einen Pit von einer Schlägerei.

Wo finden solche Konzerte statt?

Konzerte finden in kleinen Clubs, Jugendzentren und auf Festivals statt. Jeder Ort hat seinen eigenen Charakter. Im kleinen Club ist der Pit eng, das Publikum steht dicht an den Musikern, und der begrenzte Platz erfordert mehr Aufmerksamkeit. Auf einem Metal-Festival ist die Fläche größer, aber auch die Menschenmenge, sodass es leichter zu Gedränge kommt. Die Regeln bleiben unabhängig vom Ort dieselben, und die Konzertkultur im Club ähnelt der auf dem großen Festivalgelände.

Wie bereitet man sich auf ein Konzert vor?

Viel Vorbereitung braucht es nicht, aber ein paar Dinge sind wichtig. Wasser gehört ins Gepäck, denn vor der Bühne wird man schnell müde, und Flüssigkeitsmangel verdirbt den Abend schneller als jeder Pit. Ebenso wichtig sind bequeme, geschlossene Schuhe. Im Gedränge tritt man anderen leicht auf die Füße, und Sandalen oder Flip-Flops bieten keinen Schutz.

Auch auf die eigenen Sachen sollte man achten. Handy, Portemonnaie und Schlüssel verstaut man am besten tief in der Tasche, denn was im Pit verloren geht, taucht selten wieder auf. Ebenso wichtig ist es, auf die Menschen um sich herum zu achten: Zur Konzertkultur gehören nicht nur Regeln für den Pit, sondern auch Rücksichtnahme im Gedränge.

Respekt als Fundament der Szene

Moshpit, Circle Pit und Wall of Death sehen eindrucksvoll aus, doch erst die ungeschriebenen Regeln geben diesen Formen ihren Sinn. Wer gestürzten Menschen hilft, respektiert, wenn jemand nicht in den Pit möchte, und auf Schwächere achtet, sorgt dafür, dass die Metal- und Hardcore-Szene nicht gefährlich wird. Kellerlärm greift diese Themen in weiteren Beiträgen wieder auf.